Handpflege

Äußere Einflüsse und Belastungen für die Hände

Neben der Einwirkung von Wasser und Seifen beim ständigen Händewaschen sowie bei Hausarbeiten wie Geschirrspülen und Wäschewaschen sind die Hände weiteren Belastungen ausgesetzt. In einigen Berufen kommen die Hände regelmäßig mit reizenden oder gefährlichen Stoffen wie Metallverbindungen, Konservierungsstoffen, Azofarben oder Acrylaten in Kontakt, die die Hautgesundheit gefährden können. Eine Belastung für die jugendliche Spannkraft stellen zudem die durch UV-Licht oder Umweltgifte entstehenden freien Radikale dar. Sie führen zu Lichtschäden in der Haut, fördern den Kollagenabbau und lassen die Hände schneller altern. Gesunde Ernährung und Sonnenschutz helfen freie Radikale zu vermeiden bzw. in Schach zu halten. Lufttrockenheit in warmen Räumen und Wind entzieht den Händen Feuchtigkeit, und die Kälte draußen schraubt die ohnehin geringe Talgproduktion der Hände noch weiter herunter. Häufige mechanische Beanspruchung schließlich belastet ebenfalls das Schutzsystem der Haut und führt nicht selten zu kleinen Verletzungen an der Handoberfläche.

UV-Strahlung: In Freizeit oder Beruf sind die Hände teils für längere Zeit der UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt. Das fördert die Synthese von Vitamin D, kann aber auch Hautschäden, im schlimmsten Fall Hautkrebs, nach sich ziehen. Und was heute natürlich auch niemand will, UV-Strahlen lassen die Haut schneller altern. Für bestimmte Berufsgruppen wie Land-, Garten- und Forstarbeiter, Fischer, Tief- und Hochbauer oder auch Schiffspersonal sowie bei der Ausübung bestimmter Hobbys oder Sportarten wie Joggen, macht es also durchaus Sinn, Hände und alle weiteren unbedeckten Hautpartien mit Sonnenschutzmitteln vor zu viel UV-Licht zu schützen. Dabei sollten Produkte mit hohen Lichtschutzfaktoren und UVA-Schutz gewählt werden. Für den gleichen Personenkreis ist auch der regelmäßige Hautcheck auf Hautkrebs und dessen Vorstufen eine Pflichtübung. Seit 2008 zahlen die Krankenkassen für diese Vorsorgemaßnahme.

Händedesinfektion ist und bleibt die wichtigste Maßnahme zum Infektionsschutz. Vorausgesetzt, sie wird korrekt und konsequent durchgeführt. Doch sie führt – vermeintlich – zu Hauterkrankungen an den Händen des Pflegepersonals und ist daher nicht immer sehr beliebt. Das allerdings in den allermeisten Fällen zu Unrecht. Meist ist die Haut bereits vorgeschädigt, etwa durch zu häufiges Händewaschen, Wasserkontakt oder zu langes Tragen von Handschuhen. Bei Kontakt mit dem Desinfektionsmittel treten dann Symptome auf wie Brennen oder Hautrötung. Der Schluss liegt nahe: Der enthaltene Alkohol ist Schuld. Doch Hautfette werden von ihm zwar gelöst, aber nicht entfernt, sondern umverteilt. Beim Waschen dagegen werden Hautlipide gelöst und abgespült. Eine Austrocknung der Hände durch Alkohol tritt vornehmlich in Verbindung mit Wasser auf. Vor der Desinfektion sollten die Hände deshalb gut abgetrocknet werden. Der Haut-pH-Wert von 5,5 wird durch Alkohol ebenfalls nicht verändert, ganz im Gegensatz zu Seifen. Das Wesentliche ist daher, bei der täglichen Reinigung und Pflege alles richtig zu machen, dann ist die Desinfektion kein Problem.

Experimentelle Studien, die den Einfluss von Handdesinfektionsmitteln und Handschuhen im Gesundheitswesen untersucht haben, sprechen dafür, Desinfektionsmittel statt Wasser und Seife zu verwenden, wenn die Hände nicht sichtbar verschmutzt sind, und flüssigkeitsdichte Handschuhe auch bei Feuchtarbeiten wie dem Waschen von Patienten zu benutzen (Jungbauer et al. Contact dermatitis 2004b).

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