Wissenswertes zu Körperpflege und Kosmetik

Wissenswertes zu Körperpflege und Kosmetik

Haar | Haarstyling | Styling – Gele, Haarwachse, Cremes, Milk, Tools, Haarspray

Styling – Gele, Haarwachse, Cremes, Milk, Tools, Haarspray

Styling-Gele

Styling-Gele haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Sie dienen der Stützung bzw. Festigung der Frisur und überziehen das Haar mit einem nahezu unsichtbaren, elastischen oder stark festigenden Film. Die Grundrezeptur von Gelen sind fettfreie, auf Wasser basierende Festiger-Formulierungen, die ihre spezifische Beschaffenheit durch Verdickungsmittel erhalten. Enthalten sind zudem pflegende Inhaltsstoffe, mit dem Ziel, das Haar gut formbar zu machen und dauerhaften Halt zu geben, ohne das Haar auszutrocknen oder zu verkleben. Die verschiedenen Gele unterscheiden sich in ihrem Gehalt an Filmbildnern und Pflegestoffen. Weitere Wirkstoffe wie Öle sollen für zusätzlichen Glanz im Haar sorgen. Je höher der Anteil hydrophiler (wasserliebender) Inhaltsstoffe im Gel, desto stärker entsteht ein optischer Nasseffekt, der Wet Look.

 

Handhabung

Die Handhabung von Gelen ist recht einfach: Abhängig von der Haarlänge und dem gewünschten Frisurenstil werden die Gele auf das trockene oder feuchte Haar aufgetragen und die Frisur anschließend in Form gebracht. Vor allem kurze Schnitte lassen sich damit leichter modellieren, ebenso einzelne Strähnen gut akzentuieren. Nachstylen ist in der Regel nicht notwendig, denn die Frisur bleibt auch nach dem Trocknen, d. h. nach dem Verfestigen der Filmbildner, stabil. Ebenso einfach lassen sich die Gele rückstandsfrei auskämmen oder auswaschen.

 

Haargele sind in verschiedenen Varianten erhältlich:

  • Elastic- oder Flexible Styling-Gele versprechen einen flexiblen, widerstandsfähigen Halt, der bis zu 24 Stunden anhält. Das Haar soll dabei elastisch bleiben. Vorteil: Es nimmt die gestylte Form immer wieder an. Einige Formulierungen verfolgen das Ziel, dem Haar zusätzlich Geschmeidigkeit zu verleihen und es vor dem Austrocknen zu schützen.
  • Liquid-Gele kombinieren die ultra-feine Zerstäubung eines Sprays mit der modellierenden Kraft eines Gels, um das Styling zu strukturieren und unter Kontrolle zu halten. Die Produkte verfügen über eine geschmeidige Konsistenz und verteilen sich sehr gut. Durch gezieltes Aufsprühen können die gewünschten Effekte gesteuert werden. Liquid-Gele sorgen für langen Halt ohne Verkleben und können rückstands-frei entfernt werden.
  • Extreme-Gele verbinden Flexibilität mit besonders starkem Halt: Neue fixierende Wirkstoffe, z. B. Kautschuk-Extrakte, sorgen dafür, dass selbst extreme Stylings noch elastisch und flexibel bleiben. Das Haar soll sich individuell formen lassen, ohne klebrig zu werden. Mit ihrer hohen Haltekraft ermöglichen Extreme-Gele eine ausdrucksstarke Frisurengestaltung. Selbst radikal geometrische Stylings sind mit den feuchtig-keitsresistenten Extreme-Gelen kein Problem.
  • Durch feine Glanzpartikel verleihen Seidenglanz-Gele dem Haar zusätzlich zu ihrer Stylingeigenschaft einen natürlichen, seidigen Glanz. Die Produkte sind für jeden Haartyp geeignet.
  • Mit Diamond Gloss oder Glittergelen verfolgt man zwei Ziele: Extra starken Halt und schimmernden Glanz im Haar. Dieser wird durch Glitzerpartikel bzw. Zusätze von farbigen, kunststoffbeschichteten Aluminiumteilchen hervorgerufen. Mit den Pro-dukten lassen sich insbesondere einzelne Strähnen gut akzentuieren.
  • Locken-Gele definieren Locken und Wellen, geben ihnen eine geschlossene Struktur und sorgen für starken Halt. Lockiges Haar erhält mehr Sprungkraft. Zugleich wird die Frisur vor Feuchtigkeit geschützt.
  • Spezielle Styling-Gele für Männer verleihen dem Haar besonders starken Halt, Struktur und einen modischen Wet-Look, der je nach Produkt mehr oder weniger stark ausgeprägt ist. Weitere Inhaltsstoffe, z. B. Extrakte aus der Pinie, beleben Haar und Kopfhaut, schützen feuchtigkeitsspendendes Panthenol soll vor dem Austrock-nen und UV-Filter vor schädlichen Sonneneinwirkungen.
  • Weitere Styling-Produkte für Männer sind Creme-Gele und Aqua-Gele. Mit Creme-Gelen für flexiblen Halt kann Mann kurzes bis schulterlanges Haar strukturieren, Aqua-Geleversprechen ultrastarken Langzeit-Halt und einen extremen Wet-Look-Effekt.

 

Haarwachse / Wax

Neben den Gelen sind die Haarwachse ein wichtiges Segment der Styling-Tools. Die Produkte helfen bei der Gestaltung von Trendfrisuren und eignen sich vor allem zum Akzentuieren einzelner Haarpartien. Locken kann man einen noch schöneren Schwung verleihen, kurze Fransen erhalten den nötigen Stand. Bei kurzem bis mittellangem Haar wirkt Haarwachs als Strukturgeber. Auch Naturwellen und widerspenstige Strähnen lassen sich damit bändigen.

Mit Wachs wird das Haar so modelliert, dass es gut sitzt, ohne übermäßig gestylt zu wirken. Anders als bei der Verwendung von Gel, soll die Frisur mit Wachs formbar und geschmeidig bleiben. Zugleich könne man angegriffenen Spitzen eine Extraportion Pflege verabreichen. Der unsichtbare Festigungsfilm soll flexiblen Halt geben und die Schuppenschicht glätten, ohne zu beschweren.

Haarwachse enthalten hohe Anteile an Pflanzen- oder Mineralfetten, z. B. Carnauba- oder Bienenwachs bzw. Paraffinwachs oder Vaseline, die mit Emulgatoren kombiniert werden. Carnaubawachs wird aus einer in Brasilien wachsenden Wachspalme (Copernicia cerifera) gewonnen. Sein hoher Schmelzpunkt von 80 bis 87 Grad Celsius (°C) hält es auch in warmen Räumen und bei Sonneneinstrahlung stabil. Carnaubawachs wird auch in der Lebensmittelindustrie, z.B. in Überzügen für Kaugummis eingesetzt. Paraffin kennt man aus der Kerzenherstellung. Als Paraffine bezeichnet man Substanzgemische aus gesättigten Kohlenwasserstoffen (Alkanen) mit der allgemeinen Summenformel CnH2n+2. Die einzelnen Stoffe unterscheiden sich in ihren Schmelzpunkten (zwischen 45 und 80°C). Einige dieser Mineralwachse kommen in Haarwachsen zum Einsatz. Vaseline, vor allem bekannt vom Hautschutz, ist ebenfalls ein Gemisch verschiedener Paraffine.

Weiterhin werden den Wachsen Ölkomponenten zugesetzt, die vor allem der Verbesserung des Glanzes dienen. Verwendung finden sowohl Öle natürlichen Ursprungs, wie Macadamia- oder Mandelöl, als auch synthetische Öle, z. B. Silikonöle. Je nach Artikel und Hersteller sind spezielle Duftstoffe oder Parfumöle enthalten. Für besonders brillanten Glanz im Haar sind in einigen Produkten Silber- oder Goldglitter eingearbeitet. Manche Wachse geben dem Haar einen natürlichen, seidigen Schimmer, andere sollen nicht glänzen, sondern matt wirken.

Innovative Rezepturen kombinieren Haarwachs-Formulierungen mit einer neuen Generation stark fixierender Wirkstoffe. Diese Produkte geben der Frisur Struktur wie ein Wachs und zugleich dauerhaften Halt wie ein Gel. Das soll individuelle Trendstylings möglich machen, ohne dass das Haar verhärtet und fettet.

Haarwachs lässt sich heute leicht und gleichmäßig verteilen. Es ist zum Teil in Druckgasverpackungen erhältlich. So kann das Produkt als Wachsspray mit der Hand oder direkt auf dem Kopf appliziert werden. In der Regel wird eine kleine Portion in den Handflächen gut verrieben und mit den Fingern in die gewünschten Partien eingearbeitet.

Kleiner Wermutstropfen dieser Produktlinie: Haarwachse lassen sich nicht ausbürsten, sondern müssen ausgewaschen werden. Aus diesem Grund sollte das Produkt zunächst sparsam aufgetragen und gegebenenfalls nachdosiert werden. Aufgrund des hohen Fettanteils ist Haarwachs zudem nicht für alle Haartypen geeignet. Feines Haar wird durch Haarwachs beschwert und verliert an Volumen; fettendes Haar wirkt durch Wachs leicht strähnig.

 

 

 

Styling-Cremes

Moderne Styling-Cremes basieren überwiegend auf Öl-in-Wasser-Emulsionen, bei denen die öligen Substanzen in eine wässrige Grundlage eingearbeitet werden. Dieser Emulsionstyp ist weniger fettig als eine Wasser-in-Öl-Emulsion, die früher in pomadigen Frisiercremes für Männer eingesetzt wurde. Der Ölanteil in Styling-Cremes macht das Haar geschmeidig, so dass es natürlich wirkt und sich gut in Form bringen lässt. Im Vergleich zu den Gelen sind Cremes weniger festigend; sie modellieren nur leicht. Im nassen Haar sind sie jedoch länger formbar, machen das Frisieren einfacher und verleihen den Haaren einen stärkeren Glanz. So wird’s gemacht: Styling-Creme wird am besten vom Haaransatz ins leicht feuchte oder trockene Haar eingearbeitet. Anschließend wird das Haar mit den Fingern oder einem grob-zinkigen Kamm in die gewünschte Form gebracht und mit dem Föhn oder an der Luft getrocknet. Bei krausem oder fliegendem Haar wird gerne Anti-Frizz Creme als „Haarbändiger“ eingesetzt. In das noch feuchte oder bereits trockene Haar einmassiert, soll die Creme für weiches Haar sorgen, das beweglich und geschmeidig bleibt. Air Pomade bzw. Pomade Spray Wax sind ultra-feine Pomaden zum Sprühen. Mit einem leichten, nicht fettigen Look eignen sie sich vor allem für softe Stylings. Zugleich ist es ihre Aufgabe, für Definition und Glanz zu sorgen. Die Sprüh-Pomaden können auf feuchtem oder trockenem Haar angewendet werden. Dazu wird die gewünschte Menge in das gesamte Haar oder auf einzelne Strähnen gesprüht und mit den Fingern eingearbeitet. Frisiercremes sind Nachfolgeprodukte der früher häufig verwendeten Pomaden und als Öl-in-Wasser- und Wasser-in-Öl-Emulsionen im Handel erhältlich. Sie werden vorzugsweise von Männern zur Frisurengestaltung und -erhaltung genutzt. Mit den Frisiercremes vergleichbar sind Frisierlotionen; sie unterscheiden sich von den Cremes lediglich durch eine dünnflüssigere Konsistenz.

 

 

 

Styling-Milk

Styling-Milk ist dazu gedacht, die Frisurengestaltung mit einem Repair-Effekt zu verbinden. Pflegende Inhaltsstoffe wie z. B. Jojobaöl, Glycerin und Panthenol helfen, sichtbare Schäden beim Styling zu reparieren und das Haar vor Umwelteinflüssen, mechanischen Belastungen oder zu starker Föhnhitze zu schützen. Jojobaöl ist ein bei Zimmertemperatur flüssiges Wachs, das aus dem in den Wüsten und Halbwüsten Nord- und Mittelamerikas beheimateten Jojobastrauch (Simmondsia chinensis) gewonnen wird. Glycerin gehört chemisch zu den Alkoholen. Es besitzt wasserbindende Eigenschaften und wird auch als Zusatzstoff in der Lebensmittelherstellung eingesetzt. Der Name ist vom griechischen glykerós = süß abgeleitet und deutet auf den leicht süßlichen Geschmack des Glycerins. Pflegende Eigenschaften besitzt auch Panthenol, eine in Kosmetika stabilere Vorform des B-Vitamins Pantothensäure (Vitamin B5). Styling-Milk soll die Haarstruktur glätten, auf diese Weise die Kämmbarkeit verbessern und zugleich den Verlust von Feuchtigkeit verhindern. Selbst strapaziertes Haar erhält so einen natürlich-seidigen Glanz. Styling-Milk kann in feuchtem und trockenem Haar angewendet werden. Sie lässt sich besonders gleichmäßig verteilen bzw. je nach Verpackung auch zielgenau auf besonders geschädigte Stellen aufsprühen. Die Produkte eignen sich auch zum Auffrischen der Frisur zwischendurch.

 

 

Weitere Styling-Tools

In diese Kategorie fallen Produkte, die sich nicht eindeutig den Gelen, Wachsen oder Cremes zuordnen lassen. Relativ neu auf dem Markt sind Styling-Tools, die die Eigenschaften unterschiedlicher Produkte in sich vereinen und damit ein besonders schnelles Finish der Frisur ermöglichen. Die Anwender lieben es heute nun einmal schnell und praktisch. Dazu zählen beispielsweise Gel Sprays (das Gel kommt feinverteilt als Spray ins feuchte oder trockene Haar), Mousse-and-Wax, bei dem das Haarwachs in eine schaumige Mousse eingebettet ist, oder innovative Gel-to-Mousse-Formulierungen, die sich ideal für alle Föhn- und Einlegetechniken eignen. Für kurzes bis schulterlanges Haar: Eine Mischform stellen auch Creme-Gele dar. Sie verleihen dem Haar einen dezenten, seidigen Look. Dank ihrer Textur sind Creme-Gele beson-ders leicht verteilbar. Ihr Vorteil: Sie geben dem Haar Halt, ohne dass Rückstände bleiben. Der Anwendungsbereich ist die Strukturierung von kurzem bis schulterlangem Haar. Creme-Gele sind in verschiedenen Haltegraden erhältlich. Für Haarsträhnen: Leichte Creme-Wachse eignen sich besonders zur Betonung einzelner Haarsträhnen, um so Akzente in der Frisur zu setzen. Das Produkt lässt sich bequem verteilen, und soll nach dem Willen seiner Erzeuger die Vorzüge von Creme und Wachs miteinan-der verbinden – sanft wie eine Creme und zugleich so effektiv wie ein Haarwachs. Weniger beschwerend: Bei Gel-Wachsen handelt es sich in der Regel um Mikroemulsionen, d. h. es sind wasserhaltige und somit nicht beschwerende Wachse. Durch den Zusatz von Farbpigmenten können damit auf dem Haar auch farbliche Effekte erzielt werden. Diese lassen sich mit der nächsten Haarwäsche wieder entfernen.

 

Über die oben beschriebenen Kombinationen hinaus werden auch Styling-Tools angeboten, die auch extreme Stylings erlauben. Gedacht sind diese Produkte insbesondere für junge Verwender, die äußerst experimentierfreudig sind. Sie sind geeignet für ein individuelles, trendiges Styling, das auch extremen Situationen gewachsen sein und alles mitmachen soll.

  • Gums sind Emulsionen auf Basis von Fettalkoholen, Wachsen und Emulgatoren, kombiniert mit festigenden Polymeren. Fettalkohole tragen die für Alkohole typischen Hydroxylgruppe (-OH). Sie werden in einer chemischen Reaktion meist aus Fettsäuren (Kohlenwasserstoffketten mit Carboxylgruppen (-COOH), als Triglyceride im Fettgewebe gespeichert) gewonnen und sind nicht mit Wasser mischbar. Für die Mischbarkeit sorgen die Emulgatoren. Polymere sind chemische Verbindungen, bei denen aus sehr vielen gleichartigen Untereinheiten (Monomeren) große Kettenmoleküle oder verzweigten Moleküle (Makromoleküle) zusammengesetzt sind. Je nach Zusammenstellung der verschiedenen Komponenten variiert die Konsistenz der Produkte von cremig bis gummiartigfest. Gums ermöglichen auch sehr ausgefallene Stylings. Trotz des extrem starken Halts soll das Haar flexibel bleiben wie Gummi. Zum Styling wird die benötigte Produktmenge in das feuchte oder trockene Haar eingearbeitet und die Frisur in die gewünschte Form gebracht. Anschließend föhnen oder an der Luft trocknen lassen.
  • Auffälliges Volumen, Igel-Look (igelartig vom Kopf abstehende Haarsträhnen), Spikes (Punkfrisur) und andere auffällige Formen und Stylings sind mit Glue machbar. Glue weist eine starke Kleber-Konsistenz auf und soll Struktur und Halt geben. Am besten geeignet ist dieses Tool für kurzes bis mittellanges Haar. Zur Anwendung wird eine kleine Menge Glue in den Handflächen verrieben und in das trockene oder handtuch-trockene Haar eingearbeitet. Glue lässt sich leicht wieder auswaschen.
  • Flubber, ein Acryl Haar-Gel, kombiniert „fast unzerstörbaren Halt“ mit extremem Glanz. Inhaltsstoffe wie Pro-Vitamin B5 und UV-Filter stützen und stärken zugleich das Haar. Für Föhnfrisuren ist Flubber nicht geeignet. Dieses Gel wird im trockenen Haar angewendet, das partienweise mit den Fingern gestylt wird.
  • Mud ist ein reichhaltiges, cremiges Stylingmittel, mit dem das Haar gebändigt und modelliert werden kann. Es glättet und formt das Haar und bringt es gleichzeitig zum Glänzen. Zugleich bietet es einen hochwirksamen Schutz gegen Feuchtigkeit. Die fettfreie, texturbildende Stylingmasse eignet sich sowohl für nasses als auch für trockenes Haar und bietet einen leichten bis mittleren Halt.

 

 

Haarsprays

Seit der Markteinführung 1955 ist für viele Verbraucher Haarspray für ein perfektes Haarstyling unentbehrlich. Als Abschluss auf die fertig geformte Frisur gesprüht, soll Haarspray die Wirkung von Haarfestigern nochmals unterstützen und der Frisur dauerhaft Halt geben. Zugleich schützt es vor Wind, Feuchtigkeit und Sonne und bringt zusätzlichen Glanz ins Haar. Die Ansprüche an die Produkte sind hoch: Haarsprays sollen die Frisur festigen, aber die natürliche Elastizität erhalten. Sie sollen feuchtigkeitsbeständig sein, sich aber leicht auswaschen lassen. Sie sollen mikrofein sprühen und sofort trocknen. Sie sollen das Haar vor äußeren Einflüssen schützen und es zugleich pflegen. Und von den heute erhältlichen Haarsprays werden diese Eigenschaften in der Regel auch erbracht. Zu Beginn seiner Entwicklung war Haarspray dagegen zuweilen eine eher klebrige Angelegenheit. Auch Schutz- und Pflegeeigenschaften kamen erst später hinzu.

 

Was ist drin im Haarspray?

Den Grundstoff von Haarsprays bilden, wie bei den meisten anderen Styling-Produkten, Filmbildner – hier in Kombination mit Lösungs- und Treibmitteln. Als Filmbildner werden Polymere eingesetzt. Hinzu kommen Treibgase wie Butan, Isobutan (Summenformel für beide Isomere: C4H10) und Dimethylether (C2H6O). Butan und Isobutan zählen zu den Kohlenwasserstoffen, Dimethylether ist ein einfacher Ether. Isobutan ist ein farb- und fast geruchloses, brennbares Gas. Es ist schwerer als Luft und wirkt in hohen Konzentrationen narkotisierend. Dimethylether ist unter Normalbedingungen ein farbloses, leicht narkotisierend wirkendes, ungiftiges, hochentzündliches Gas. Wasser als Lösemittel kann Haarsprays und Pumphaarsprays nur in geringen Anteilen zugefügt werden, da der Frisurenhalt bei Wasseranteilen von über zehn Prozent deutlich gemindert würde. Die Möglichkeiten, die Anteile flüchtiger organischer Löse- und Treibmittel ohne qualitative Verluste einzuschränken, sind daher begrenzt. Inhaltsstoffe wie Seidenproteine, Borretsch-Samenöl oder Glycerin werden den Rezepturen zugefügt, um dem Haar einen weichen, angenehmen Griff zu geben und sensiblem, strapaziertem Haar eine Portion Pflege angedeihen zu lassen. Lösliche Seidenproteine beispielsweise verhindern die Austrocknung des Haares. Häufig sind auch Mittel enthalten, die für ein wenig zusätzlichen Glanz im Haar sorgen wie z. B. Silikon- oder Pflanzenöle oder auch Spezialpolymere. Haarsprays sind in der Regel parfümiert. UV-Absorber schützen das Haar vor der Sonne. Für Farb- und Leuchteffekte werden weitere spezielle Zusätze beigemischt. Seidenproteine erhält man aus den Kokons von Seidenspinnerraupen, die hauptsächlich in China und Japan, aber auch in Frankreich und Italien, an Maulbeerbäumen gezüchtet werden. In der Struktur der Seidenfaser sind mehrere hauchdünne Schichten von Seidenprotein übereinander gelagert. Auf diese Weise entsteht Geschmeidigkeit und Glanz der Seidenfaser. Chemisch betrachtet bestehen die Fasern aus Fibroin, das zu den Strukturproteinen gehört. Mit Hilfe von verdünnten Säuren können lösliche Seidenproteine hergestellt werden, die dann Stylingmitteln beigefügt werden können. Auf dem Haar bildet sich daraus ein dünner Film übereinanderliegender Schichten, der für einen gewissen Schutz sorgt. Borretschsamenöl hat einen relativ hohen Gehalt an γ-Linolensäure, einer pharmakologisch interessanten Fettsäure. Ursprünglich im Mittelmeergebiet von Spanien bis in die Türkei beheimatet, wächst Borretsch (Borago officinalis L.) heute auch in den wärmeren Gebieten West-, Mittel- und Osteuropas, sowie in Westasien und den USA. Borretsch wird vornehmlich als Heil-, Gewürz- und Aromapflanze angebaut und ist auch gut für die Gartenkultur geeignet. Glycerin (Glycerol) besitzt hygroskopische, das heißt Wasser anziehende Eigenschaften und wird in Kosmetikartikeln als Feuchtigkeitsspender und -binder eingesetzt. Als einfachster, der dreiwertigen Alkohole ist Glycerin eine bei Raumtemperatur farb- und geruchlose, viskose und hygroskopische Flüssigkeit, die süßlich schmeckt. Zusammen mit Fettsäuren ist es Grundbaustein aller wichtigen Fette, insbesondere der Triglyceride (Glycerin plus drei Fettsäuremoleküle).

 

Haarspray ist ein Aerosol

Haarspray ist ein klassisches Aerosol-Produkt. Es wird mit Unterstützung eines Treibgases mikrofein auf das Haar aufgebracht. Beim Trocknen bildet das Spray einen Film auf der Haaroberfläche, der die Haare miteinander verbindet und so ein unsichtbares Haarnetz bildet. Heute kommen innovative so genannte Präzisionssprühköpfe zum Einsatz. Diese erzeugen einen speziellen Aerosolnebel, bei dem sich die Wirkstoffe nur auf einzelne, verdichtete Haarkreuzungen setzen. Ein feines Netz aus elastischen Verbindungen soll die Haare ausreichend aneinander fixieren, ohne sie vollständig zu verkleben. Tröpfchengröße, Sprühwinkel und Sprühstärke werden von den Herstellern heute so abgestimmt, dass die Styling-Polymere auch aus kürzerer Entfernung recht gleichmäßig verteilt werden können. Das Spray kann auf diese Weise auch direkt an den Haaransatz gesprüht werden und dort gezielt für Halt sorgen. Das Volumen kann so am Ansatz fixiert werden, ohne dass die Haare in den Längen ihre Flexibilität und Sprungkraft verlieren müssen. Die Frisur behält ihren natürlichen Look und die Haare bleiben weich.

 

Ein Aerosol – was versteht man darunter? Bei einem Aerosol handelt es sich um ein Substanzgemisch aus einem gasförmigen Stoff sowie flüssigen oder festen Bestandteilen, die fein verteilt sind und eine gewisse Schwebfähigkeit besitzen. Trocken oder nass – eine Frage der „Einstellung“: Es werden sowohl trocken als auch nass eingestellte Haarsprays angeboten. Damit lassen sich unterschiedliche Frisurenwünsche erfüllen. Von nass eingestellten Haarsprays spricht man bei hohen Anteilen von Lösemitteln im Verhältnis zum Treibmittel. Sie bieten die Möglichkeit etwas länger zu modellieren, und sie festigen die Haare stärker als Haarsprays mit einer trockeneren Einstellung, also einem höheren Treibmittelanteil. Diese sind für einen lockeren, fließenden Halt geeigneter.

 

Pumpsprays als Alternative

Als Alternative zu Aerosolen sind auch Pumphaarsprays auf dem Markt erhältlich. Sie enthalten keine Treibmittel, stattdessen erfolgt der Sprühvorgang über eine mechanische Pumpe. Pumphaarsprays werden zur Festigung des Haaransatzes oder zum Fixieren der Frisur verwendet. Aufgrund des fehlenden oder schnell verdampfenden Treibmittels ist die Trockenzeit deutlich länger. Sowohl Aerosol- als auch Pumpsprays lassen sich einfach und rückstandsfrei wieder auskämmen.

 

Haarspray-Varianten

Haarsprays werden für die unterschiedlichsten Haarzustände wie normales, trockenes, fettendes, feines, strapaziertes, pflegebedürftiges und lockiges Haar angeboten. Daneben kann aus verschiedenen Festigkeitsstufen gewählt werden. Sie umfassen oftmals bis zu fünf Haltegrade: natürlichen, starken, extra starken, ultrastarken und megastarken Halt. Einzelne Hersteller bieten ihre Produkte auch als Kompaktversion an. In diesen Kompaktsprays (auch: Compact Haarsprays) sind die Wirkstoffe konzentrierter enthalten. Das macht sie sparsam in der Anwendung und ermöglicht es, sie in kleineren Verpackungen anzubieten.

  • Das Volumen im Ansatz zu fixieren und dabei in den Haarlängen Flexibilität und Bewegung zu belassen, ist das Ziel von Volumen-Haarsprays. Zur Anwendung werden die Haarsträhnen einzeln angehoben und der Haaransatz aus 20-30 cm Entfernung von unten angesprüht. Es trocknet schnell und ist leicht auszubürsten.
  • Volumensprays, für Ansprüche die das Haar älterer Anwender hat, enthalten spezielle Wirkstoffkomplexe. Sie verleihen dem Haar Volumen, Fülle und mehr Kraft sowie einen möglichst natürlich erscheinenden Glanz. Zusätzlich soll das Haar mit Feuchtigkeit versorgt werden. Für diesen Anwendungsbereich werden auch Varianten für extra starken Halt und Haarverdickung angeboten.
  • Glanz-Haarsprays versprechen seidigen Glanz und Fülle, natürlichen Halt, Volumen und Spannkraft. Ein Hochglanz-Haarspray zum Beispiel soll mit seiner Kombination aus Glanz- und Feuchtigkeitsspendern wie Panthenol (Provitamin B5) dem fertigen Styling einen extra schimmernden Glanz verleihen.
  • Farbbrillanz-Haarsprays haben die Aufgabe den Farbglanz von coloriertem Haar zu verstärken. Die mikrofeinen Sprays sorgenfür unsichtbaren Halt. Darüber hinaus sind kombinierte Volumen- und Farbglanz-Haarsprays erhältlich. Ihre Styling-Polymere bilden ein feines Geflecht aus elastischen Verbindungen, das die Frisur möglichst dauerhaft halten soll. Ziel ist es zugleich, das Haar vor Farbverlust zu schützen, damit die Farbbrillanz lange erhalten bleibt.
  • Haarsprays für schnell fettendes Haar enthalten Filmbildner, die Fette gut aufnehmen können. Beim Kämmen und Bürsten zur Gestaltung der Frisur werden mit dem Filmbildner vermengte Fettanteile zum Teil entfernt. Beim erneuten Sprühen wird das Haar mit einem frischen Film belegt, der wieder Fette aufnehmen kann. Auf diese Weise wirkt das Haarspray ähnlich wie ein Trockenshampoo. Aufgrund der gu-ten Auswaschbarkeit von Film-, Fett- und Schmutzresten ist die erneute Gestaltung und Festigung der Frisur nach der Haarwäsche gewährleistet.
  • Repair-Haarspray gibt dem Haar zusätzliche Geschmeidigkeit und schützt es vor Feuchtigkeitsverlust und UV-Strahlen. Die enthaltenen Repair-Wirkstoffe helfen, sichtbare Schäden des Haares zu reparieren. Sie lagern sich an die Haarfasern an. Die Haaroberfläche wird geglättet, so dass das Haar wieder einen gesunderen Glanz erhält. Repair-Haarsprays gibt es für normalen bis starken Halt.
  • Haarspray „for Men“ ist in der Regel für jeden Haartyp geeignet und in unterschiedlichen Haltegraden erhältlich. Die Produkte geben zuverlässigen Halt, der natürlich aussieht und nicht verklebt. Zugleich soll das Haar gekräftigt werden. Die Sprays lassen sich gut ausbürsten, hinterlassen kaum Rückstände und trocknen das Haar nicht aus.

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