Männerkosmetik

Haarpflege

Haartypen

Auch die Pflege der Männerhaare weist einige Besonderheiten auf. Neben schnell fettendem Haar sind Männer vor allem von drei weiteren wichtigen Problemen betroffen: Schütterem Haar, Haarausfall und Schuppen. Schütteres Haar: Bei etwa 60 Prozent aller Männer wird das Haar mit zunehmendem Alter immer lichter, feiner und dünner. Bereits ab etwa 30 Jahren verliert das Haar an Dichte, die Anzahl der Haare pro Quadratzentimeter nimmt ab. Ab 50 wird dann auch noch das Haar selbst feiner. Dichtes, gesundes Haar ist für Männer aber häufig Synonym für Männlichkeit, Kraft und Jugend. Das schütter werdende Haar kann sich schlimmstenfalls auch negativ auf die Psyche oder das Selbstbewusstsein auswirken. Noch stärker emotional besetzt ist Haarausfall. Er stellt das bedeutendste und heikelste Haarproblem von Männern dar. Aus diesem Grund wird in Forschung und Wissenschaft permanent nach Möglichkeiten gesucht, dem Haarausfall vorzubeugen oder ihn zu stoppen. Schuppen: Die Kopfhaut erneuert sich ständig und stößt dabei ihre äußerste Schicht in Form kleiner, kaum sichtbarer Partikel ab. Sie werden bei der Haarwäsche herausgespült. Veranlagung sowie bestimmte Mikroorganismen können zu einer beschleunigten Zellbildung führen und die abschilfernden Zellverbände vergrößern. Sie sind dann mit bloßem Auge als Kopfhautschuppen erkennbar und vermitteln auf der Kleidung einen unschönen, ungepflegten Eindruck. Auch von diesem Problem sind knapp zwei Drittel aller Männer betroffen.

Haarreinigung

Der Markt bietet heute zahlreiche Produkte für die unkomplizierte Reinigung des Haares, die in aller Regel sowohl effiziente als auch schonend wirken. Diese sind entweder Teil spezieller Haar- oder ganzer Kosmetikserien für Männer oder werden als Einzelprodukte angeboten. Hinzu kommen spezielle Shampoos zur Unterstützung bei männlichen Haarproblemen. Gegen schütteres Haar sollen Shampoos mit Vitaminen, Aktivstoffen und Antioxidantien wirken. Sie sollen die Kopfhaut stärken und vitalisieren. Bei der Anwendung wird der Feuchtigkeitsgehalt der Kopfhaut erhöht und damit ihre Widerstandskraft verbessert. Einige Pflege-Shampoos enthalten Wirkstoffe, die nach dem Vorbild der wichtigsten Bestandteile des Haares entwickelt wurden. Sie enthalten unter anderem strukturgebende Inhaltsstoffe und wirken von der Haarwurzel aus. Ziel ist es, das Haar zu stärken – es soll länger auf dem Kopf bleiben – und zu kräftigen – es soll dicker werden – und dem Haarschopf damit wieder mehr Volumen zu verleihen. Durch den haltgebenden Effekt bleibt auch die Frisur länger in Form und fällt nicht so schnell auseinander. Auch bereits lichtes Haar erscheint so dichter und deckender. Um die Haarfasern zu schützen, werden besonders milde Rezepturen eingesetzt. Das erlaubt auch die häufige Anwendung. Die beste Vorbeugung gegen nicht hormonell oder erblich bedingten Haarausfall ist eine gesunde Kopfhaut mit kräftigem, widerstandsfähigem Haar. Milde Pflege-Shampoos enthalten spezielle Inhaltsstoffe, die die Kopfhaut schützen, Reizungen verhindern, das Haar stärken und dadurch seine Widerstandskraft unterstützen sollen. Anti-Schuppen-Shampoos beseitigen bei regelmäßiger Anwendung heute recht wirksam vorhandene Schuppen und sind zudem meist auch in der Lage ihrer Neubildung vorzubeugen. Gleichzeitig soll die Kopfhaut beruhigt und entspannt werden. Ist das Haar schuppenfrei, sieht es gepflegt aus.

Haarpflege

Die Wirkung der Shampoos kann durch maßgeschneiderte Haarpflegemittel verstärkt werden. Zur Bekämpfung des Haarausfalls beispielsweise stehen mittlerweile Haarwässer und Tonics zur Verfügung. Bei vorschriftsmäßiger Anwendung, so versichern zumindest die Hersteller, sollen sie sowohl den temporären als auch den erblich bedingten Haarausfall bereits nach 90 Tagen um bis zu 38 Prozent reduzieren. Die Wunderstoffe sind so genannte Vitalstoffkomplexe aus Biotin, Coffein und Laurinsäure. Sie regen die Durchblutung der Kopfhaut an und verbessern die Zufuhr von Nährstoffen zur Haarwurzel. Das kann helfen, das Haar zu kräftigen und seinen Lebenszyklus zu verlängern. Umfangreiche Studien mit großen Kollektiven von Versuchspersonen stehen allerdings zum Teil noch aus. Inhaltstoffe: Biotin, Coffein, Laurinsäure Biotin (auch: Vitamin B7, Vitamin H oder Coenzym R) ist verantwortlich für das Zell-Wachstum und die Zellfunktion von Menschen und Tieren, aber auch von Hefen und vielen Bakterien. Das Vitamin ist Bestandteil vieler körpereigener Enzyme, die grundlegende Stoffwechselprozesse der Kohlenhydrate, Proteine und Fette steuern. Diese Enzyme spielen einerseits beim Abbau bestimmter Aminosäuren (Enzymbausteine) eine Rolle und tragen andererseits zur Bildung langkettiger Fettsäuren wesentlich bei. In einer weiteren Funktion als Coenzym ist Biotin an der Neubildung von Kohlenhydraten aus Fett oder Eiweiß beteiligt. Das geschieht, wenn dem Organismus mit der Nahrung zu wenig Kohlenhydrate zugeführt werden, um den Glucosewerte zu stabilisieren. Auch am Aufbau bestimmter Proteine (z.B. Serumalbumin) aus Aminosäuren ist Biotin beteiligt. Ein Mangel an Biotin (z. B. bedingt durch hühnereiweißreiche Kost, welche das Biotin bindet und seine Aufnahme im Darm blockiert) kann zu Hautveränderungen, Hautschuppungen und Haarausfall sowie zu Mattigkeit, Schläfrigkeit, Muskelschmerzen und Überempfindlichkeit führen. Reich an Biotin ist Leber, weitere gute Biotin-Lieferanten sind Nüsse, Hülsenfrüchte und Eier. Coffein soll das Haarwachstum stimulieren. Dermatologen der Friedrich-Schiller-Universität, Jena, haben in einer kleinen Studie deutliche Hinweise für die Wirksamkeit von Coffein gefunden („Effect of caffeine and testosterone on the proliferation of human hair follicles in vitro“, Int J Dermatol 2007, 46(1): 27-35). Die Substanz stimulierte im Laborversuch messbar das Wachstum von Haarfollikeln aus Biopsien. Als anregend wirkender Bestandteil von Genussmitteln wie Kaffee, Tee, Cola, Mate, Guaraná, Energy-Drinks und Kakao ist Coffein allgemein bekannt. Es kommt in über 60 Pflanzenarten vor, zum Beispiel auch im Teestrauch. Laurinsäure (auch: Dodecansäure) ist eine gesättigte Fettsäure. Sie kommt in der Kokosnussbutter vor und wird vor allem für die Seifenherstellung verwendet. Wirkungen des Vitalstoffkomplexes aus Biotin, Coffein und Laurinsäure laut Hersteller: Die Nährstoffzufuhr für das Haarorgan wird erhöht, die Durchblutung wird angeregt, das Haar wird gekräftigt und der beeinträchtigte Haar-Lebenszyklus verlängert.

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