Wissenswertes zu Körperpflege und Kosmetik
Ergraut: Unsere Haare bleichen sich selbst

Ergraut: Unsere Haare bleichen sich selbst

Schon lange versuchen Forscher, herauszufinden, warum die Haare grau werden. Ein Team europäischer Wissenschaftler hat nun Licht ins Grau gebracht. Was schon lange vermutet wurde, hat jetzt erste Nachweise erfahren: Wasserstoffperoxid (H2O2), das auch der Friseur zum Blondieren einsetzt, reichert sich mit dem Älterwerden in den Zellen der Haarfollikel an. Dort schädigt es ein Enzym, welches für die Farbproduktion verantwortlich ist. Melanin, unser natürliches Haarpigment, kann immer weniger und schließlich gar nicht mehr hergestellt werden.

„Nicht nur Blondinen ändern ihre Haarfarbe mit Wasserstoffperoxid“, sagte Gerald Weissmann, Chef-Redakteur des FASEB-Journals gegenüber dem EurekAlert der Wissenschaftsgesellschaft AAAS in Washington. Dermatologen und Biologen legten Zellkulturen von menschlichen Haarfollikeln an. Die Forscher der Universitäten Bradford und Manchester (GB) sowie Mainz und Lübeck (D) fanden heraus, Ursache der Anreicherung von Wasserstoffperoxid ist ein Mangel an einem weiteren Enzym, der Katalase. Ihre Aufgabe ist es, Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff zu zerlegen. Der Mangel an Katalase führt zu vermehrten oxidativen Schäden an DNA und weiteren Proteinen. Und auch an den Enzymen (MSR A und B), die für die Reparatur von Schäden durch Wasserstoffperoxid zuständig sind, herrscht im Alter ein Mangel. Viel Wasserstoffperoxid und wenig MSR A und B behindern schließlich die Bildung des Enzyms Tyrosinase, mit sichtbaren Auswirkungen: Die Produktion von Melanin in den Haarfollikeln ist gestört. Das fehlende Melanin wird durch Einlagerung von Luftbläschen ersetzt. Melanin ist das Farbpigment für Haarfarbe, Hautfarbe und Augenfarbe. Die Forscher mutmaßen, dass ähnliche Vorgänge in der Haut die Ursache auch für Vitiligo (Weißfleckenerkrankung) sein könnten.

So bedeutend und praxisnah kann Grundlagenforschung in der Biologie sein. Bis zu einem potenziellen Antigrau-Shampoo ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Quelle: haut.de

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