Düfte und Parfüm

Duft – epochaler Begleiter der Menschheitsgeschichte

Die Geschichte der Parfümerie reicht bis in die Anfänge der Menschheit. Zu allen Zeiten und zu den verschiedensten Zwecken wurden Duftstoffe angewandt. Duftstoffe sind eng verbunden mit der Geschichte der Zivilisation, mit Anthropologie, Mythologie, Religion und Medizin. Die von Epoche zu Epoche wechselnden Hygienestandards und -ansprüche übten einen großen Einfluss auf deren Anwendung aus. Trends von „Duftekstase” und Geruchsfeindlichkeit wechselten sich über die Jahrhunderte ab. Bereits in der Frühzeit bediente man sich vielfältiger natürlicher Duftquellen. Dagegen ist das Wort „Parfum” zur Beschreibung eines wohlriechenden Stoffes vergleichsweise jung. Es leitet sich von der erst durch die Entdeckung des Feuers eröffneten Methode ab, Wohlgerüche durch Verbrennen aromatischer Substanzen, z.B. Gummiharze oder Hölzer, zu erzeugen. Der Duft entfaltete sich dabei „per fumum”, durch den Rauch.

Archäologische Nachweise einer ausgeprägten Duftkultur lassen sich bis 3.000 v. Chr. in Mesopotamien und ägypten zurückverfolgen. Duftende öle, Salben und Räucherharze dienten der sakralen Verehrung der Götter, wie Nefertem, dem Gott des Wohlgeruchs, und der als göttlich verehrten Pharaonen und Könige. Die Toten wurden balsamiert und mit kostbaren Gefäßbeigaben begraben. Die Menschen im Altertum wollten ihre Götter mit Hilfe von Düften gnädig stimmen. Im gesellschaftlichen Leben nutzten insbesondere die Oberschichten Düfte zum eigenen Luxus, zur Körperpflege, aber auch zur medizinischen Therapie. Mit den Phöniziern gelangte die Parfümeriekunst lange vor unserer Zeitrechnung über Asien und Afrika in den Mittelmeerraum und erlebte hier eine Blütezeit. Auf der Insel Zypern entwickelte sich ein Vorläufer einer entsprechenden Industrie, was sich noch heute in dem parfümistischen Begriff „Chypre” widerspiegelt. Anders als die strenggläubigen Juden pflegten die Perser, Griechen und vor allem die Römer auf dem Höhepunkt ihrer politischen und wirtschaftlichen Blüte einen exzessiven Umgang mit Duftstoffen. In Babylon sollen überlieferungen zufolge etwa 26.000 kg Weihrauch pro Jahr verbrannt worden sein, um den Nasen der Götter zu schmeicheln. Auch die Römer der Antike schickten ihre Botschaften „per fumum“ zum Himmel. Noah soll Gott für die Rettung aus der Sintflut gedankt haben, indem er Zedernholz und Myrrhe verbrannte. Und auch Mohammed, der Begründer des Islam, liebte neben dem Gebet und den Frauen das Parfum. Er soll Parfum als die Nahrung empfunden haben, die sein Denken belebt. Kleopatra nutzte die Wohlgerüche Arabiens ebenso wie Madame Pompadour, die ungeheure Geldsummen für Duftwässer und wohlriechende Salben ausgegeben haben soll.

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