Wissenswertes zu Körperpflege und Kosmetik
Backpulver gegen verfärbte Zähne  – ein Mythos

Es gilt als natürliches Mittel – schadet aber dem Zahnschmelz

Backpulver gegen verfärbte Zähne – ein Mythos

Bei dem Wunsch ein möglichst strahlendes Lächeln mit makellos „weißen“ Zähnen an den Tag zu legen, greifen etliche Menschen über die üblichen Maßnahmen der Mundhygiene und Zahnpflege hinaus auf Hausmittelchen zurück. Die Verwendung vom Backpulver gemischt mit Zitronensäure, Salz, Natron oder sogar Erdbeermus gelten als „natürlich“, weil nicht „chemisch“, und besonders effektiv bei der Beseitigung von Zahnverfärbungen und Zahnbelägen.

Backpulver, Natron, Salz, Zitronensaft mögen im ersten Moment nach der Anwendung zwar einen sichtbaren Erfolg zeigen und die unerwünschten Zahnverfärbungen aufhellen, schonend sind diese Hausmittel aber keineswegs. Der schützende Zahnschmelz wird von Backpulver, Salz und Natriumhydrogencarbonat (in Natron enthalten) aufgeraut und nachhaltig geschwächt – was Tür und Tor für erneute, sogar stärkere Zahnverfärbungen führen kann. Ähnlich wirken die Fruchtsäuren von Erdbeermus – sie machen den Zahnschmelz porös.

Der Zahnschmelz ist, entgegen dieser sanft klingenden Bezeichnung das am stärksten mineralisierte und härteste Gewebe des menschlichen Organismus. Er besteht zu über 95 Prozent aus der anorganischen Verbindung Hydroxylapatit, zirka zwei Prozent Wasser, drei Prozent organischen Substanzen sowie Spuren von Natrium, Kalium, Magnesium, Strontium, Selen, Zink, Chlorid, Fluorid und anderen Elementen. Doch obwohl der Zahnschmelz härter ist als Quarz, ist er gegen Säureangriffe und gegen mechanischen Abrieb nicht geschützt. Die Eigenfarbe des Zahnschmelzes ist grau-bläulich-gelb. Er ist im Wesentlichen transparent, so dass die individuelle Zahnfarbe des Menschen weniger durch die Farbe des Zahnschmelzes, sondern durch die gelbliche Tönung des darunterliegenden Zahnbeins bestimmt wird. Hartnäckige Zahnverfärbungen entstehen aus Farbstoffen von Nahrungs- und Genussmitteln, wie Tee, Kaffee und Rotwein, zuweilen aus Medikamenten und besonders Pigmente aus dem Zigarettenrauch – sie lagern sich in der Oberfläche des Zahnschmelzes ein.

Mit modernen Whitening-Produkten können die meisten konsumbedingten Zahnverfärbungen entfernt werden, ohne den Zahnschmelz anzugreifen. Der Großteil der Zahnweißerpasten ist für die tägliche Anwendung geeignet. Darüber hinaus bieten diese Pasten zusätzlich die gewohnte Zahnpflege in einem Produkt. Neben den weißenden Substanzen sind zum Beispiel Schutzstoffe gegen Karies oder Zahnstein enthalten.

Quelle: haut.de

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