Wissenswertes zu Körperpflege und Kosmetik

Haarfärbung

Henna und Henna-Mischungen

Zu den bekanntesten, noch heute gebräuchlichen natürlichen Färbemitteln gehören Henna und Kamille. Das wohl älteste Haarfärbemittel der Welt, Henna, wurde schon im 14. Jahrhundert vor Christus von Frauen in Ägypten benutzt. Henna wird aus den Blättern und Sprossachsen des „Lawsonia inermis“, des Henna- oder Cyperstrauches, gewonnen. Der duftende, laubabwerfende Strauch oder kleine Baum mit seinen steifen, breit ausladenden Zweigen, erreicht Wuchshöhen von 1,5 bis 8 Metern. Mit Henna pur lassen sich die Haare von orange bis fuchsrot färben. Wird dagegen eine Mischung mit Reng, einem Pulver aus Blättern des Indigostrauches („Indigofera argente“) angewandt, lassen sich Farben von goldbraun, rot, braun oder schwarz erzielen. Als Mittel zur dauerhaften Haarfärbung ist Henna in pulverisierter Form im Handel. Hennaextrakt wird aber auch als Pflegezusatz für Shampoos und Spülungen eingesetzt.

Angebaut wird Henna in Nord- und Ostafrika sowie in weiten Teilen Asiens. Hennapulver wird aus den getrockneten und zermahlenen Blättern des Strauches hergestellt, die zuvor von den Zweigen abgestreift worden sind. Die Trocknung der Blätter geschieht im Dunkeln, da Sonnenlicht den roten Farbstoff zerstören würde.
Um blond, braun oder schwarz zu färben oder das Ergebnis der Färbung vorausberechenbarer zu machen, werden unter dem Namen „Henna“ auch Mischungen mit anderen farbgebenden Pflanzenbestandteilen wie dem erwähnten Reng aus dem Indigostrauch angeboten. Erhältlich sind aber auch Mischungen von Henna mit synthetischen Farbstoffen oder Beizen, die als Farbverstärker beigegeben werden. Teilweise werden dem Henna auch synthetische Haarfarbstoffe beigemischt, um ein zuverlässigeres Farbergebnis zu erzielen.

Vorsicht bei Henna-Bemalungen im Urlaub!

In vielen südlichen Urlaubsregionen werden den Urlaubern gemalte Henna-Tattoos angeboten. Diesen wird meist der Farbstoff Para-Phenylendiamin (PPD) zugefügt, um eine längere Haltbarkeit zu erzielen. In der Europäischen Union sind beide Stoffe, Henna und Para-Phenylendiamin, nicht zur Färbung der Haut zugelassen. Para-Phenylendiamin ist ausschließlich zum Färben der Haare zugelassen und wird in Oxidationshaarfärbemitteln eingesetzt. In seltenen Fällen hat sich der Farbstoff als allergiebelastend erwiesen. In der Regel ist nicht erkennbar, ob Para-Phenylendiamin in dem angebotenen Henna-Tattoo enthalten ist. Daher ist es besser, alle Henna-Tattoo-Produkte grundsätzlich zu meiden.

Mit einem Henna-Tattoo kann sich der Verbraucher für allergische Reaktionen sensibilisieren und später beim eventuellen Färben der Haare entsprechende Symptome entwickeln. Dies kann unter anderem dazu führen, dass der Verbraucher auf eine Färbung der Haare für immer verzichten muss.

Der Ärzteverband Deutscher Allergologen rät zu großer Vorsicht bei Henna-Tätowierungen durch Straßen- und Strandkünstler in südlichen Urlaubsländern. Nähere Informationen hierzu finden sich auf der Homepage der ADK (Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie e. V.)

Letzte Bearbeitung:

Aktuelles aus der Themenwelt

Keratine und Direktzieher ... schon gewusst?

Keratine sind wasserunlösliche Faserproteine, sie bilden den Hauptbestandteil von Haaren und Nägeln. Haarkeratin besteht aus Aminosäureketten, die wie lange Sprungfedern zu Spiralen (Helices) aufgedreht sind, welche sich ihrerseits zu Fibrillen und die Fibrillen...

mehr lesen

Inhaltsstoffe / INCI

Sie möchten mehr über einen Inhaltsstoff wissen?
Geben Sie den Suchbegriff hier ein... und nutzen Sie unseren INCI-Service.
Die INCI-Datenbank bietet Erklärungen zu Funktionen und Wirkstoffen.



Informationen zum INCI-Service
Logo BfR

Experten geben Rat: Zur Sicherheit von Kosmetik-Inhaltsstoffen

Interview mit Prof. Dr. Dr. Andreas Luch, Leiter der Abteilung „Sicherheit von verbrauchernahen Produkten“ beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mehr lesen

Portrait Dr. Herbert Grundhewer

Experten geben Rat: Sonnenschutz

Interview mit Dr. Herbert Grundhewer, Kinder- und Jugendarzt mehr lesen

Portrait Laura Gross

Experten geben Rat: Inhaltsstoffe kosmetischer Mittel

Interview mit Laura Gross, Leiterin Fachbereich Ernährung der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. mehr lesen

Portrait Manfred Hohmann

Experten geben Rat: Haare – färben, verlängern und pflegen

Interview mit Manfred Hohmann, Friseurmeister, Hairstyler und qualitätsbewusster Entwickler von neuen Methoden für die zufriedenstellende Frisur mehr lesen

Portrait Dr. Holger Brackemann

Experten geben Rat: Kosmetik-Tests bei Stiftung Warentest

Interview mit Dr. Holger Brackemann, Stellvertreter des Vorstandes der Stiftung Warentest mehr lesen

Portrait Prof. Dr. Ortwin Renn

Experten geben Rat: Risikokommunikation – Fakten benennen, Verwirrungen vermeiden

Interview mit Prof. Dr. Ortwin Renn, Leiter der Abteilung Technik- und Umweltsoziologie des Instituts für Sozialwissenschaften und Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS) der Universität Stuttgart mehr lesen

Portrait Frau Dr. Walther

Experten geben Rat: Sicherheitsbewertung und Kontrolle kosmetischer Produkte

Interview mit Frau Dr. Cornelia Walther vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mehr lesen

Portrait Prof. Dr. Axel Schnuch

Experten geben Rat: Methylisothiazolinon als Konservierungsmittel

Interview mit Prof. Dr. Axel Schnuch, Leiter der Zentrale des „Informationsverbund Dermatologischer Kliniken“ (IVDK) am Institut der Georg-August-Universität Göttingen mehr lesen

Experten geben Rat: „Auch beim Sonnen kommt es auf die Dosis an“

Interview mit Prof. Dr. med. Christiane Bayerl, Klinikdirektorin in der Klinik für Dermatologie und Allergologie an den HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken – Wiesbaden,
mehr lesen

Portrait Prof. Dr. med. Johannes Geier

Experten geben Rat: Parabene in Kosmetika

Interview mit Prof. Dr. med. Johannes Geier, Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK)

Portrait Prof. Dr. Volker Steinkraus

Experten geben Rat: Kann man die Hautpflege auch übertreiben?

Interview mit Prof. Dr. Volker Steinkraus, Facharzt für Dermatologie mehr lesen

Portrait Monika Ferdinand

Experten geben Rat: Professionelle Kosmetik

Interview mit Monika Ferdinand, Kosmetikerin und Vorsitzende beim Bund Deutscher Kosmetikerinnen (BDK) mehr lesen

Portrait Prof. Dr. Dr. Jürgen Lademann

Experten geben Rat: „Der Haut Zeit geben“ – Schutz vor Hautschädigungen durch Sonnenstrahlung

Interview mit Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing. Jürgen Lademann, Charité, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie mehr lesen

Experten geben Rat: Beim Sonnenschutz sind individuelle Faktoren zu beachten!

...
Birgit Huber

Experten geben Rat: Mikrokunststoffe in kosmetischen Mitteln: Funktion – Suche nach Alternativen

Interview mit Birgit Huber, Leiterin des Bereichs Schönheitspflege beim Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW e.V.)

Experten geben Rat: „Jugend ungeschminkt“

Interview mit Ines Imdahl, Inhaberin und Geschäftsführerin der rheingold salon Marktforschungsagentur, Köln. mehr lesen

Portrait Prof. Dr. Stefan Zimmer

Experten geben Rat: Fluoride in Zahncreme – Was bewirken sie?

Interview mit Prof. Dr. Stefan Zimmer, Universität Witten/Herdecke mehr lesen

Portrait Dr. Josef Kahl

Experten geben Rat: Körperpflege und Hygiene – Bestandteil der Gesundheit?

Interview mit Dr. Josef Kahl, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderkardiologe. mehr lesen

Portrait Ricarda Zill

Experten geben Rat: Dekorative Kosmetik – Grundsätzliches und Besonderes

Interview mit Ricarda Zill, freie Visagistin und Seminarleiterin bei Kursen zu Hautpflege, Dekorativer Kosmetik und Haarpflege. mehr lesen

Portrait Dr. Silvia Pleschka

Experten geben Rat: Kosmetische Produkte – Allergie-Management ist möglich

Interview mit Dr. Silvia Pleschka, Dipl. Chemikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V. mehr lesen

Aktuelle Artikel

Share This