Grundlagen Haar

Die natürliche Haarfarbe

Die Haarfarbe wird hauptsächlich von Pigmenten (Pigmentum: lat.: Farbe, Schminke) bestimmt, die in den Haarfollikeln entstehen. Pigmente sind die unlöslichen Farbträger lebender Zellen und von Oberflächenbildungen wie Haaren oder Federn. In den Haarfollikeln gibt es, wie überall in der Haut, spezielle Zellen, die in der Lage sind, solche Farbträger zu produzieren. Sie werden als Melanozyten bezeichnet. Diese wandeln die körpereigenen Aminosäuren Tyrosin und Cystein (Eiweißbausteine) mit Hilfe bestimmter Enzyme in farbige Pigmente, die Melanine, um. Während in der Dermalen Papille Keratin für das Haarwachstum produziert wird, erfolgt dort parallel auch die Herstellung der Farbpigmente. Über feine Kanäle (Dendriten) gelangen die Melanosome (von Melanozyten hergestelltes und abgegebenes Melanin) in die Keratinzellen und durchsetzen sie. Die natürliche Haarfarbe wird vom Melaningehalt des Haares bestimmt. Generell verfügen Dunkelhaarige über mehr Melanine als hellhaarige Menschen. Doch es ist nicht die Menge an Pigmenten allein, die unsere Haarfarbe bestimmt. Zwei verschiedene Melanin-Typen legen die verschiedenen Farbvarianten und Helligkeitsstufen des Haares fest. Das Schwarz-Braun-Pigment, Eumelanin genannt, entscheidet im Wesentlichen über die Farbtiefe (Farbsättigung). Eumelanin findet sich in braunem und schwarzem Haar in deutlich ausgeprägten Körnchen. Klein und deutlich feiner im einzelnen Haar verteilt ist dagegen das für blassgelbe, blonde und rote Haare maßgeblich mitverantwortliche Rot-Pigment Phäomelanin. Blondes Haar enthält insgesamt nur eine geringe Melaninkonzentration und in der Regel eine Kombination aus beiden Pigmenten, wobei Eumelanin überwiegt. Dunkle Haare weisen eine deutlich höhere Pigmentkonzentration auf, mit vielen schwarz-braun Pigmenten und wenig gelb-rot. Rote Haare haben ebenfalls beide Pigmente, aber überwiegend gelb-rote Pigmente, dies jedoch in einem anderen Mischungsverhältnis als blonde Haare. Alle weiteren Zwischentöne entstehen durch die große Bandbreite an Kombinationsmöglichkeiten der beiden Melanintypen.

Brillanz und Reflexe

Über die Pigmente hinaus bestimmt noch ein weiterer Faktor die Farbwirkung der Haare mit: die farblosen Schuppenzellen der Haaroberfläche. Sie sind durchsichtig und lassen die unmittelbar darunter liegende Pigmente wie bei einer Hinterglasmalerei durchschimmern. Je glatter die Schuppenschicht ist, desto klarer und lebendiger strahlt die Farbe. Eine geschädigte Schuppenschicht hat dagegen den Effekt zerkratzten Glases: das Haar erscheint stumpf. Weil die Schuppen nach außen abstehen, wird das Licht unregelmäßig gebrochen und das Haar wirkt matt und glanzlos.

Gefürchtet: Graue Haare

Genau genommen, ist graues Haar eine optische Täuschung. Tatsächlich handelt es sich bei grauem Haar um die Mischung von farblosen und pigmentierten Haaren. Weißes, farbloses Haar entsteht, wenn die Melaninproduktion in den Melanozyten, den „Pigmentfabriken“, abnimmt und sie dem Haar keine Pigmente mehr mit auf den Weg geben können. Wann dieser Prozess einsetzt, ist genetisch bedingt und von Mensch zu Menschen unterschiedlich. Viele werten den Beginn des Ergrauens des Haupthaares als ein Zeichen des Alterns, doch wann dieser Prozess einsetzt, wird jedem bereits in den Erbanlage mit auf den Weg gegeben.

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