Hautreinigung

Badekultur – so alt wie die Menschheit selbst

Das Wasser diente den Menschen schon in uralter Zeit nicht nur zum Trinken und Waschen, sondern es wurde auch in den Kult einbezogen. Rituelle Bäder und Waschungen sind noch heute in vielen Religionen üblich.

Doch schon im Altertum besuchte man die Bäder nicht nur, um Heilung zu erlangen, sondern auch, um sich zu zerstreuen und zu erholen. Als vorbeugende Maßnahme gegen Krankheit kannten die Babylonier schon 2000 v. Chr. das Baden. Bei den Ägyptern war das Baden ein Privileg der Oberschicht. Sie kannten bereits die entspannende und heilende Wirkung von Zusätzen aus Blüten, Kräutern und Harzen. In Griechenland trafen sich Politiker und Philosophen, Händler und Grundbesitzer in privaten oder öffentlichen Badehäusern, um ganze Tage mit der ausgiebigen Pflege des Körpers, mit Bädern, Massagen und Ölungen zu verbringen. Die Römer errichteten überall, wo sie hinkamen großzügige, öffentliche Bäder. Sie entwickelten eine Form geselligen Badelebens, das in seiner Größenordnung und seinem Luxus alles bis dahin Dagewesene in den Schatten stellte. Auch für das einfache Volk wurden jetzt großzügige Bademöglichkeiten geschaffen. Selbst die Germanen, die es mit der Reinlichkeit nicht so genau nahmen, badeten gemeinsam in Seen und Flüssen.

Mit dem sich in den folgenden Jahrhunderten über ganz Europa ausbreitenden Christentum hielt auch eine ausgesprochen asketische Lebensweise Einzug. Bäder, in denen es ohnehin nur kaltes Was-ser gab, fanden sich allenfalls an Fürstenhöfen oder Klöstern. Erst mit dem Beginn der Verweltlichung einzelner Herrschaftsbereiche Europas im hohen Mittelalter entwickelte sich vornehmlich in den reichsfreien Städten so etwas wie eine neue Badekultur. Öffentliche Badestuben wurden eingerichtet – vor allem Dampf- und Schwitzbäder erfreuten sich schnell zunehmender Beliebtheit. Lockerung der Badesitten und das Aufkommen von Geschlechtskrankheiten bereiteten diesen Gepflogenheiten ein trauriges Ende.

Die Sitten und Gepflogenheiten der französischen und preußischen Monarchen prägten im 18. und 19. Jahrhundert auch das Hygienebewusstsein. Die Benutzung von Wasser für die Körperpflege galt als ausgesprochen unschicklich.

Ab Mitte des 19. Jahrhundert besann man sich wieder mehr auf Reinlichkeit und Hygiene und schuf erste Badeeinrichtungen. Nach Beendigung des 1. Weltkrieges begann der deutsche Arzt Christoph Wilhelm Hufeland mit der Aufklärung über den Zusammenhang von Hygiene und Gesundheit. Dies war auch der Grund – zumindest in Deutschland, dass neu gebaute Wohnungen mit Badezimmern ausgestattet wurden. Das ‚Bad am Samstagabend‘ – so herzerfrischend von Wilhelm Busch beschreiben – blieb jedoch noch lange Zeit in vielen Haushalten der Höhepunkt der Körperpflege. Schon früh-zeitig wurden dem Badewasser Kräuter- oder spezielle Pflanzenextrakte zugesetzt, um während des Badens eine erfrischende, tonisierende und vielleicht sogar stimulierende Wirkung zu erzielen.

Im Jahre 1957 erschien das erste, als solches angebotene Schaumbad in Europa. Nach der erfolgreichen Einführung erschienen sehr schnell weitere Schaumbäder im Handel. Seitdem haben Schaumbadezusätze eine rasante Entwicklung durchgemacht. Vor allem Europa war dabei trendbestimmend. Neben den Schaumbädern erschienen bald die entsprechenden Duschpräparate, die sich heute mit einer Vielzahl von Arten dem Verbraucher präsentieren.

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