Wissenswertes zu Körperpflege und Kosmetik

Gesichtsreinigung

Die Produkte

Nach einem langen, anstrengenden Tag kann man regelrecht spüren, wie sich die Haut nach Befreiung sehnt. Erst nachdem Staub, überschüssiges Hautfett sowie alte, abgestorbene Hautzellen entfernt wurden, kann die Haut wieder aufatmen. Das soll gründlich, jedoch absolut schonend geschehen, um den Säureschutzmantel sowie den Fett- und Feuchtigkeitshaushalt der Haut nicht zu stark zu beeinflussen. Deshalb versprechen die meisten Reinigungsprodukte heute einen Zusatznutzen: Sie schützen und pflegen die Haut.

Zur Reinigung der Gesichtshaut stehen Produkte in den unterschiedlichsten Rezepturen und Zusammensetzungen (Formulierungen) und für alle Hauttypen zur Verfügung: Reinigungsmilch und -lotionen, Waschcremes und -emulsionen sowie Gele. Jeder hat bei der Gesichtsreinigung seine persönlichen Vorlieben, der eine reinigt lieber mit, die andere bevorzugt die Reinigung ohne Wasser. Daneben sollte sich die Auswahl der Produkte vor allem an den Bedürfnissen des eigenen Hauttyps orientieren.

Eine wichtige Rolle bei der Auswahl der richtigen Hautpflegeprodukte spielt der pH-Wert. Diese Maßeinheit für den Säuregrad von Flüssigkeiten wird auf einer Skala von 1 bis 14 (1 bis unter 7 = sauer; 7 = neutral; 8 bis 14 = alkalisch) ermittelt. Der pH-Wert des Säureschutzmantels von gesunder Haut liegt zwischen 5 und 7, die Haut ist also leicht sauer. Reinigungsprodukte mit einem pH-Wert innerhalb dieses Bereiches sind schonend und greifen die Haut weniger stark an. Sie werden dann als hautneutral oder hautfreundlich bezeichnet.

Seife

Aufgrund ihres alkalischen pH-Wertes werden normale Seifen vorzugsweise für die Körperreinigung verwendet. Sie werden aufgeschäumt und auf das Gesicht aufgetragen. Von einer guten Seife sollte man eine sahnige Schaumqualität mit großem Volumen erwarten, die möglichst porentief reinigt und sich mit klarem Wasser leicht wieder abspülen lässt. Seifen vermitteln ein angenehmes Hautgefühl und können antibakteriell wirken. Empfindliche oder trockene Haut kann auf alkalische Seifen jedoch gereizt reagieren. Wer herkömmliche Seife nicht verträgt, kann es mit milden, rückfettenden Sorten versuchen oder zu anderen milden Reinigungsprodukten greifen, deren pH-Wert dem leicht sauren pH der Haut angeglichen ist. Eine milde, schwache Rückfettung kann helfen, die Schädigung des Säureschutzmantels zu minimieren und die Haut vor weiteren potenziell schädigenden Umwelteinflüssen zu schützen. Manche Produkte enthalten auch Feuchthaltefaktoren. Sie füllen die Feuchtigkeitsdepots wieder auf, so dass die Haut ihre natürliche Frische und Spannkraft behält. Inwieweit das tatsächlich gut funktioniert ist umstritten. Eine Feuchtigkeitscreme für das Gesicht, die bei trockener Haut auch gern reichhaltig sein darf, ist sicher erheblich wirkungsvoller. Entscheidend für den Erhalt der Barrierefunktion ist in jedem Fall die möglichst schonende Reinigung.

Waschemulsionen

Mild-cremige Waschemulsionen mit rückfettenden und feuchtigkeitsregulierenden Inhaltsstoffen können bei jedem Hauttyp angewendet werden. Wegen ihrer schonenden Wirkweise eignen sie sich auch für die trockene und die empfindliche Haut, die im Gegensatz zu fettiger Haut eine nicht so intensive Reinigungsleistung benötigt und auch nicht verträgt. Waschemulsionen entfernen Hautverschmutzungen und Make-up gründlich und beugen gleichzeitig dem Austrocknen der Haut vor. Für die Rückfettung soll eine Fettphase aus milden Fettkörpern, z.B. Fettalkoholen oder Pflanzenölen, sorgen. Da die Produkte im Allgemeinen als O/W-Emulsionen (Öl-Tröpfchen sind in Wasser eingebettet) hergestellt werden, lassen sie sich gut von der Haut abnehmen. Weitere Inhaltsstoffe versorgen die Haut und helfen ihr beim Wiederaufbau des Hydrolipid-Mantels. Waschemulsionen werden auf die trockene oder angefeuchtete Gesichtshaut aufgetragen, sanft einmassiert und anschließend mit Wattepads und kühlem bis lauwarmem Wasser entfernt.

Waschgele

Reinheit und Frische für normale, fettige und Mischhaut versprechen milde, seifenfreie Waschgele. Sie werden zuerst etwas angeschäumt, dann auf die feuchte Haut gegeben und anschließend mit reichlich warmem Wasser abgespült. Durch den Schaum werden die Wirkstoffe besser verteilt und die Reinigungswirkung intensiviert. Auf diese Weise lassen sich Hautverschmutzungen und Make-up, aber auch überschüssiger, bereits verhornter Hauttalg leicht entfernen und die Porenausgänge von Verstopfungen befreien. Ohne die Haut auszutrocknen, wirken die Gele meist angenehm belebend, die Haut wirkt klarer und reiner.

Häufig besitzen Waschgele Inhaltsstoffe, die antibakteriell wirken. Sie bekämpfen entzündungsauslösende Keime und so Pickeln, Mitessern und Unreinheiten vorbeugen. Neben milden Tensiden (waschaktiven Substanzen) und Feuchtigkeitsfaktoren sind in einigen Produkten Pflegestoffe enthalten, die der Hautalterung entgegenwirken. Waschgele können auch mit einer weichen Gesichtsbürste auf die feuchte Haut aufgetragen werden. Dann reinigen sie noch intensiver und die Haut wird zart massiert.

Waschlotionen und Waschcremes

Auch Waschlotionen und Waschcremes gehören zu den schäumenden Reinigungsprodukten. Vor allem für die fettige Haut gedacht, unterscheiden sie sich durch den Anteil an waschaktiven Substanzen und in ihrer Konsistenz. Die flüssigen Waschlotionen enthalten zu etwa zehn Prozent sehr milde Tenside. Da bei jedem Waschprozess nicht nur die Hautabsonderungen abgenommen, sondern auch körpereigene Lipide reduziert werden, enthalten diese Produkte rückfettende Substanzen, die bei der Regeneration des Lipidmantels helfen.

Der Tensidgehalt von Waschcremes dagegen liegt knapp über 15 Prozent. Auch sie lösen hervorragend Talg und Fett. So genannte Konsistenzbildner sorgen für eine cremige Beschaffenheit.

Reinigungsmilch

Reinigungsmilch ist vornehmlich für den trockenen bis normalen Hauttyp bestimmt, kann aber auch bei Mischhaut eingesetzt werden. Die Haut kann schnell, intensiv und zugleich schonend von fettigen und wasserlöslichen Verschmutzungen, Make-up und überschüssigem Hauttalg gesäubert werden.

Besonders milde Waschsubstanzen tragen dazu bei, dass die Haut nicht austrocknet. Der empfindliche Augenbereich kann in den Reinigungsvorgang mit einbezogen werden. Neben Tensiden können als weitere Inhaltsstoffe beispielsweise D-Panthenol (Dexpanthenol, Vorstufe von Vitamin B5), Allantoin, natürliche Mineralien sowie Pflanzenöle und Lecithin enthalten sein, die hautberuhigend, pflegend etc. wirken. D-Panthenol erhöht das Feuchthaltevermögen und verbessert die Elastizität der Haut. Es unterstützt die Neubildung von Hautzellen und trägt so zur Regeneration bei. Darüber hinaus hat D-Panthenol auch juckreizlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften. Allantoin bewirkt die Beschleunigung des Zellaufbaus, der Zellbildung oder der Zellregeneration und beruhigt die Haut. Lecithin ist essentiell für die Bildung der Zellmembranen. Reinigungsmilch hilft zudem, den natürlichen Säureschutzmantel der Haut zu regulieren und zu regenerieren. Sie soll so das Austrocknen der Haut verhindern und diese gleichzeitig auf die Anwendung von Tages- und Nachtcremes vorbereiten.

Wegen ihrer entspannenden und beruhigenden Wirkung sind bei empfindlicher Haut Zwei-Phasen-Produkte empfehlenswert. Während die ölhaltige Phase schonend und möglichst porentief reinigen soll, verleiht die wässrige Phase der Haut ein angenehmes Gefühl der Frische. Ziel: Die Haut soll geschmeidig bleiben und gesünder aussehen.

Reinigungsmilch wird mit einem Wattebausch auf das trockene Gesicht und den Hals aufgetragen, sanft einmassiert und anschließend mit Wasser abgespült. Bei starkem Make-up kann die Milch auch mit feuchter Watte abgenommen werden.

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