
Der effektivste Schutz vor UV-Strahlung ist, neben dem Meiden der Sonne, schützende Kleidung, ergänzt um ein Sonnenschutzmittel für die unbekleideten Hautpartien. Für den Konsumenten war es bislang allerdings nicht leicht, UV-Schutzbekleidung zu finden und festzustellen, wie wirksam das gewählte Kleidungsstück die UV-Strahlung tatsächlich abhält. Das soll sich nun ändern. Sicherheit bringt zukünftig ein neues Siegel, mit dem Kleidung gekennzeichnet wird, die einer neuen EU-Norm entspricht.
Eine kleine, gelbe Sonne zeigt dem Käufer an, dass das gewählte Kleidungsstück einen Lichtschutzfaktor von mindestens 40 hat und damit auch nass oder stark gedehnt vor der schädlichen UV-Strahlung schützt.
Doch braucht man ein solches Siegel überhaupt? Landläufig ist die Ansicht verbreitet, Kleidung, gleich aus welchem Material und in welcher Art hergestellt, egal ob trocken oder nass, schütze immer sehr gut vor UV-Strahlung. Das allerdings ist ein Trugschuss: Tatsächlich gibt es sehr große Unterschiede: Die meisten Kunstfasern schützen wesentlich besser als Baumwolle. Ein nasses T-Shirt hat nur noch einen Bruchteil der Schutzwirkung gegen UV-Strahlen, die es im trockenen Zustand hatte. Ein UV-Schutzsiegel macht also unbedingt Sinn.
"Der adäquate Schutz vor UV-Strahlung ist angesichts der steigenden Hautkrebsraten weltweit eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen in der Dermatologie", unterstreicht Dr. Klaus Hoffmann, von der Klinik für Dermatologie im St. Josef Hospital der Ruhr-Uni-Bochum, der gemeinsam mit Kollegen an der Entwicklung des Siegels mitgearbeitet hat. Zusammen mit Physikern, Textiltechnologen und Bekleidungsherstellern aus ganz Europa haben Dermatologen standardisierte Messmethoden für den UV-Schutz von Textilien entwickelt: Der EU-Standard EN 13758-1 legt fest, wie die Durchlässigkeit für UV-Strahlung gemessen und der Lichtschutzfaktor berechnet werden muss. EN 13758-2, Teil zwei des EU-Standards, bestimmt, welche Kleidungsstücke wie gekennzeichnet werden müssen, damit Verbraucher UV-Schutzkleidung beim Einkauf auch leicht erkennen können. Das Siegel erhalten nur Kleidungsstücke, die einen Lichtschutzfaktor von mindestens 40 (40+) haben. "Damit ist ein ausreichender Schutz vor Sonnenbrand selbst unter extremen Bedingungen gewährleistet", so Hoffmann. Neben der kleinen, gelben Sonne findet der Käufer die Standardnummer und den Lichtschutzfaktor 40+ in dem Siegel abgedruckt. Jetzt sind die Textilhersteller am Zug.
Redaktion haut.de