
Haarausfall kann mit Eisenmangel in Verbindung stehen. Mehr noch, Eisenmangel gilt als einer der wichtigsten Gründe für chronisch-diffusen Haarausfall, vor allem bei Frauen.
Doch die genauen Zusammenhänge zwischen einem niedrigen Ferritinwert und Haarausfall sind noch unklar. Ferritin gilt als Indikator dafür, wie gut der Eisenspeicher im Körper gefüllt ist. Soweit sind sich die Experten einig. Doch an der Frage, ob bei Frauen mit diffusem Haarausfall, die einen niedrigen Ferritin-Wert haben, in jedem Fall eine Eisentherapie erfolgen muss, scheiden sich die Geister.
Während die Pro-Fraktion der Haarspezialisten eine Eisengabe bei niedrigen Ferritin-Blutwerten ohne Ausnahme für notwendig hält, ist die Contra-Fraktion der Ansicht, dies sei nur bei Patientinnen sinnvoll und erforderlich, bei denen auch andere Blutwerte nicht im Normbereich liegen. Das heißt, wenn Blutparameter wie Eisenspiegel, Menge roter Blutkörperchen und Konzentration des Blutfarbstoffs Hämoglobin zu niedrig sind. In diesen Fällen herrscht eine so genannte Blutarmut (Eisenmangel-Anämie) vor, die mit Gaben von Eisenpräparaten behandelt werden muss. Eine Studie mit 193 Frauen mit diffusem Haarausfall hatte ergeben, dass nur zwölf dieser Frauen überhaupt einen zu niedrigen Ferritin-Wert hatten und eine Ferritintherapie nicht zur Besserung des Haarausfalls führte.
Anders die Pro-Seite: Sie hält eine Eisengabe bei Frauen mit chronisch-diffusem Haarausfall und niedrigen Ferritinwerten in jedem Fall für erforderlich. Auch dann, wenn alle anderen Blutparameter normal sind. Eine weitere Studie zeigte, bei Frauen mit chronisch-diffusem Haarausfall werden im Mittel deutlich niedrigere Ferritinwerte gemessen, als bei Frauen ohne Haarprobleme. Die Forscher halten zudem den gültigen Normwert für Ferritin (15 - 20 µg/l) für viel zu niedrig. Ihrer Ansicht nach ist eine ausreichende Eisenversorgung erst ab 70 µg/l Ferritin gewährleistet. Das hätten Untersuchungen am Knochenmark von Patientinnen gezeigt.
Aufgrund solch widersprüchlicher Forschungsergebnisse und unklarer Zusammenhänge muss der behandelnde Arzt im Einzelfall auf der Basis aller erhobenen Befunde entscheiden, ob eine Eisentherapie ihm notwendig und sinnvoll erscheint.
Quelle: www.haarerkrankungen.de