Umweltmediziner – Differenzierte Bewertung: Konservierungsstoffe

Parabene in Kosmetika

Umweltmediziner – Differenzierte Bewertung: Konservierungsstoffe

Verbraucher stellen berechtigt hohe Ansprüche an Produkte der Körperpflege. Sie sollen unterschiedliche Wirkversprechen, von Reinigung bis Pflege erfüllen, möglichst angenehm riechen sowie Haut und Haar nicht reizen. Vor allem sollen sie vor dem Befall durch Keime geschützt sein, also während der Haltbarkeitsdauer mikrobiologisch einwandfrei bleiben. Bakterien und Pilze auf Creme oder Duschgel sind verständlicherweise unerwünscht.

Während für manche Produkte der Körperpflege nur ein sehr geringes mikrobiologisches Risiko besteht, weil sie entweder über einen hohen Alkoholanteil (z.B. Rasierwasser), einen hohen pH-Wert (z.B. Enthaarungsmittel) oder nur einen geringen Wassergehalt (z.B. Puder) verfügen, ist bei Cremes oder Duschgels ein zusätzlicher Schutz vor Keimbefall erforderlich.

„Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, kommen Konservierungsstoffe ins Spiel, von denen etwa 50 in der Europäischen Union zugelassen sind. Oftmals werden verschiedene Konservierungsstoffe gleichzeitig eingesetzt mit dem Ziel, ein möglichst breites Spektrum von Mikroorganismen abzudecken“, so Dr. Otto von der allum – Kinderumwelt gemeinnützige GmbH in einer aktuellen Stellungnahme.

Zu den bekanntesten Konservierungsstoffen gehören Parabene. „Die am häufigsten eingesetzten Vertreter dieser Stoffgruppe sind Methyl- und Ethylparaben. Für höherkettige Parabene wie Propyl- und Butylparabenen bestehen bestimmte Beschränkungen (kein Einsatz in Babypflegeprodukten). Parabene besitzen nach Erkenntnissen des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK) ein geringes allergenes Potential, sie verursachen eher selten Kontaktsensibilisierungen auf der Haut“, so der Umweltmediziner Dr. Otto in seiner Stellungnahme.

Hinsichtlich aktueller Berichte in den Medien zum Thema östrogenartiger Wirkungen von Parabenen stellt der Umweltmediziner fest, „dass diese Wirkung nach der Fachmeinung namhafter Wissenschaftler und Institutionen wie BfR, SCCS usw. um viele Größenordnungen schwächer ist als die Wirkung natürlicher Hormone und dass die (gesetzlich genau festgelegte Maximal-) Konzentration in Kosmetika hierfür bei weitem nicht ausreicht.“ Diese wichtige Verbraucherinformation werde aber seitens der Verbraucher und Medien meist nicht mehr wahrgenommen. Es sei zu bedenken, dass von einigen „Naturstoffen, die wir mit der Nahrung zu uns nehmen, z.B. Soja, ebenfalls eine (schwache) östrogenartige Wirkung“ ausgehe.

Bei der Bewertung von eventuell schädlichen Auswirkungen durch Parabene sei es nach Auffassung des medizinischen Experten wichtig zu differenzieren. So zum Beispiel in der Frage, ob es sich um „rinse-off-Produkte“, die abgespült werden (z.B. Duschgel) oder „leave-on-Produkte“, die auf der Haut verbleiben (z.B. Hautcremes,) handelt.

In die bewertende Betrachtung eines möglichst weitgehenden Gesundheitsschutzes der Verbraucher sei außerdem einzubeziehen, dass von einigen Konservierungsstoffen, die nicht zu der Gruppe der Parabene gehören, ein deutlich höheres Allergie-Potenzial ausgehe.

Quelle: Allum® – Allergie, Umwelt und Gesundheit, Kinderumwelt gemeinnützige GmbH

 

Quelle: haut.de

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