Wissenswertes zu Körperpflege und Kosmetik
Inhaltsstoffe eines Komsetiksprodukts

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Inhaltsstoff

BENZYL ALCOHOL

Deutsche Bezeichnung

Benzylalkohol; Phenylmethanol, Phenylcarbinol; in Lebensmitteln: E 1519

Weitere Bezeichnungen und Angaben zur chemischen Identifikation

Chemische Identifikation

CAS-Nummer: 100-51-6

EINECS/ELINCS-Nummer: 202-859-9

Beschreibung/chemische Bezeichnung (international/englisch)

Benzyl alcohol

Regelung in der EG-Kosmetik-Verordnung (Anhang/lfd. Nr.):

III/45 V/34


Funktion(en) dieses Inhaltsstoffs in kosmetischen Mitteln

VISKOSITÄTSREGELND

erhöht oder verringert die Viskosität (Zähigkeit) kosmetischer Produkte.

LÖSUNGSMITTEL

löst andere Stoffe auf.

KONSERVIEREND

schützt kosmetische Produkte vor mikrobiellem Verderb.

PARFÜMIEREND

verbessert den Geruch eines Produkts und/oder parfümiert die Haut.


Vorkommen in Kosmetika

Haarfärbemittel; parfümierte Kosmetika (wie Duft- und Rasierwässer, Deodorants oder Seifen) mit blumiger Geruchsnote; Salben, Cremes, Lotionen, Gele; Sonnenschutzmittel


Vorkommen in anderen Produkten

Arzneimittel und Medizinprodukte; Back- und Süßwaren, Gelatine, Likör; Abbeizer, Entwicklungsbeschleuniger, Kohlepapier, Schellack, Tinte


Hintergrundinformationen zum Einsatz in Kosmetika

Als Riech- und Aromastoff ist Benzylalkohol ein natürlicher Bestandteil vieler ätherischer Blütenöle, besonders von Duftpflanzen wie Ylang-Ylang, Tuberose, Jasmin und Goldlack. Benzylalkohol wurde in echtem Rosenöl, Hyazinthen- und Cassienblüten-Absolues sowie im Duft von Robinia pseudo-acacia aufgefunden. Er ist weiterhin enthalten in verschiedenen aromatischen Balsamen (Perubalsam, Tolubalsam, Styrax). Die synthetische Duftstoffherstellung erfolgt ausgehend von Toluol.

Es handelt sich um einen deklarationspflichtigen Duftstoff gemäß Art. 19 Abs. 1 g) der EG-Kosmetik-Verordnung. Duftstoffe werden im Kosmetikbereich auch als "Parfümierungsmittel" oder "Parfumöle" bezeichnet. Auf den kosmetischen Produkten werden Duftstoffe oder Duftstoffmischungen mit dem INCI-Namen "Parfum" deklariert. Dabei handelt es sich um unverdünnte Einzelsubstanzen oder deren Mischungen, die aus Naturrohstoffen stammen oder (halb-) synthetisch hergestellt sein können. Sie sind Ausgangsstoffe zur Herstellung von Parfüm, Eau de Parfum, Eau de Toilette, Eau de Cologne und Duftstoffkompositionen, die zur Parfümierung eingesetzt werden. Der durchschnittliche Gehalt an Duftstoffen beträgt in Parfüm 15-30 %, in Eau de Parfum 10-14 %, in Eau de Toilette 6-9 %, in Eau de Cologne 3-5 % sowie in Hautcremes, Shampoos, Haar- und Deosprays ca. 0,2-1 % und ca. 1-3 % in Deostiften.

Zu den Parfumölen zählen ätherische Öle, Resinoide und Absolues. Als Quellen dienen u. a. Blüten, Blätter und Stängel, Früchte und Fruchtschalen, Wurzeln, Holz, Gräser oder Kräuter, Nadeln, Harze und Balsame. Außerdem werden aus Naturprodukten isolierte Aldehyde, Ketone, Ester, Alkohole etc. verwendet (Geraniol, Citronellal, Citral, Eugenol, Menthol) sowie halbsynthetische (Citronellol, Geranylacetat, Jonone) und synthetische Riechstoffe (Phenylethylalkohol, Linalool u. a.). Duftstoffe tierischer Herkunft, z. B. Moschus und Ambra, werden selten verwendet.


Info zur sicheren Verwendung

Aufgrund ihrer allergologischen Relevanz müssen seit dem Jahr 2004 bestimmte 26 Duftstoffe innerhalb der EU auf der Verpackung von kosmetischen Produkten separat deklariert werden. Es handelt sich dabei um Amyl cinnamal, Anise alcohol, Amylcinnamyl alcohol, Benzyl benzoate, Benzyl alcohol, Benzyl cinnamate, Bezyl salicylate, Citronellol, Cinnamyl alcohol, Farnesol, Cinnamal, Hexyl cinnamal, Citral, Butylphenyl methylpropional, Coumarin, Limonene, Eugenol, Linalool, Geraniol, Methyl 2-octynoate, Hydroxycitronellal, Alpha-isomethyl ionone, Hydroxyisohexyl 3-cyclohexene carboxaldehyde, Evernia prunastri extract, Isoeugenol und Evernia furfuracea extract. Die Kennzeichung dieser Stoffe soll Allergikern, die wissen, dass sie auf einen oder einige dieser Stoffe allergisch reagieren, ermöglichen, die entsprechenden Produkte zu meiden.

Besteht ein Anfangsverdacht auf eine Duftstoffallergie, kann der Allergologe eine Epikutan-Testung mit zwei Duftstoffreihen durchführen. Diese Mischungen allergener Duftstoffe erlauben es, in einem Screening eine generelle Sensibilisierung auf Duftstoffe in 70-80 % der Fälle zu identifizieren. Die meisten Europäer reagieren nicht negativ/allergisch auf Duftstoffe. Aufgrund der zum Teil sehr niedrigen Konzentration der Duftstoff-Einzelsubstanzen in Kosmetika wird die zur Auslösung einer kontaktallergischen Reaktion notwendige Schwellenkonzentration eines Duftstoffes, gegenüber dem eine Sensibilisierung besteht, in vielen Fällen unter den Anwendungsbedingungen nicht überschritten. Am Beispiel der Rinse-off-Präparate (Produkte, die abgespült werden) wird ersichtlich, dass durch die Art der Anwendung des Produkts eine rasche Verdünnung erfolgt, sodass auch hier die Konzentration eines allergischen Duftstoffs nicht zur Auslösung einer kontaktallergischen Antwort ausreicht.


Weitere Informationen

"Konservierung kosmetischer Mittel - pro und contra?" - Stellungnahme der GDCh-Arbeitsgruppe "Kosmetische Mittel" (März 2010)

"Arten der Konservierung kosmetischer Mittel" - Stellungnahme der GDCh-Arbeitsgruppe "Kosmetische Mittel" (Februar 2012)

Broschüre "Bewusster Leben mit Kontaktallergien"; Faltblatt "Klarheit für ungetrübtes Duftvergnügen"

Zur Aufklärung eines Verdachts auf eine Kontaktallergie kann dieser Stoff routinemäßig im Epikutantest beim Hautarzt getestet werden (DKG-Epikutantestreihe "Weitere deklarationspflichtige Duftstoffe", "Nachtestung bei Reaktion auf Perubalsam" und "Konservierungsmittel").


Gehört zu folgenden Stoffgruppen

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