
Pfirsichhaut bis ins Alter, davon träumen viele. Doch UV-Licht und andere Umwelteinflüsse beschleunigen die natürliche Hautalterung. Schließlich sind sie da: die tieferen Falten, Lichtschäden und ein erschlaffendes Gewebe. Zur Behandlung solch stärkerer Hautveränderungen stehen mitteltiefe und tiefe chemische Peelings zur Verfügung.
Behandelt werden können beispielsweise Altersfalten oder auch großporige Haut im Gesicht und am Hals sowie auch an anderen Hautpartien. Im medizinischen Bereich kommen chemische Peelings beispielsweise für die Therapie von aktinischen Keratosen (Lichtschwielen), Präkanzerosen (Krebsvorstufen), oberflächlichen Narben, Pigmentstörungen oder Xeroderma pigmentosum (lichtüberempfindliche Haut) in Frage.
Beim chemischen Peeling kommen Substanzen wie Trichloressigsäure (TCS), Vitamin-A-Säure oder Fruchtsäuren zum Einsatz. Teile der obersten Hautschicht (Epidermis) und der 2. Hautschicht (Dermis) werden mit Hilfe der hautreizenden Stoffe abgetragen und so die Bildung neuen Gewebes angeregt. Es kommt außerdem zur Neubildung von Kollagen. Da die mitteltiefen und tiefen Peelings nicht ganz ohne Risiken sind, gehören sie unbedingt in die Hand des geübten Facharztes. Sonst können Vernarbung und Pigmentstörungen die Folge sein.
Für die oberflächliche Schälbehandlung mit TCS kommt eine 10- bis 25-prozentige Lösung von Trichloressigsäure zum Einsatz, eine 30 - 35-prozentige für das mittlere Peeling und eine 50- bis 60-prozentige Lösung für die tiefe Schälbehandlung. Bei oberflächlichen und mittleren Anwendungen bis zu einer TCS-Konzentration von 35 Prozent ist die Gefahr einer Narbenbildung gering, bei den stärkeren Lösungen ist sie jedoch gegeben. TCS-Konzentrationen von 40 bis 60 Prozent sind etwa für die Therapie von aktinischen Keratosen geeignet. Größere Hautfalten lassen sich mit Trichloressigsäure nicht nachhaltig behandeln.
Die Anwendung eines chemischen Peelings ist schmerzhaft und verursacht ein starkes Brennen auf der Haut. Kleine Hautpartien können ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Wird das ganze Gesicht behandelt empfiehlt sich ein Dämmerschlaf oder eine Vollnarkose. Bei einem tiefen Peeling wird ein stationärer Aufenthalt empfohlen. Durch die Einwirkung von chemischen Peelingsubstanzen entsteht zunächst eine Wunde, die nach der Behandlung mit Wundschorf überdeckt wird. Dieser löst sich nach etwa sieben Tagen ab und eine neue frischere Hautschicht kommt zum Vorschein. Doch diese ist zunächst sehr schutzbedürftig. Die Haut ist nun lichtempfindlicher und muss über Monate mit hohen Lichtschutzfaktoren (LSF 30) komplett vor der Sonne geschützt werden. Auch anschließend ist ein lebenslanger Schutz mit hochfilternden UVA- und UVB-Lichtschutzmittel zu empfehlen. Nach etwa sechs Monaten wird das volle Ergebnis der Behandlung sichtbar. Die Effekte halten für einen Zeitraum von ca. sechs bis acht Jahren.