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Von glatt zu lockig: Wie es funktioniert
Haare bestehen aus Aminosäuren, die in kettenförmigen Molekülsträngen angeordnet sind. Diese Proteinketten enthalten relativ viele Bausteine des schwefelhaltigen Cystein, das über eine Schwefelbrücke mit dem Cystein des Nachbarstrangs verbunden ist. Es entsteht eine dreidimensionale, sehr stabile, vernetzte Struktur, die dem Haar eine hohe Stabilität verleiht. Will man das Haar dauerhaft in eine neue Form bringen, so muss man diese Struktur „aufweichen“, das Haar umformen und dann wieder „aushärten“. Das geschieht indem die Schwefelbrücken zunächst gelöst und nach der Umformung, beispielsweise durch das Aufdrehen auf Wickler, wieder neu geknüpft werden.
Aminosäuren sind organische Verbindungen, die als Grundbausteine für jedes Eiweißmolekül (Protein) dienen. Der Chemiker charakterisiert Aminosäuren durch das Vorhandensein von mindestens einer Carboxygruppe (Formel: –COOH, auch Carboxylgruppe) und einer Aminogruppe (Formel: –NH2). Von den etwa 270 bekannten, natürlich vorkommenden Aminosäuren kommen nur 22 als Bausteine in Proteinen vor. Cystein ist eine dieser, so genannten α-Aminosäuren in Proteinen, und sie hat eine Besonderheit. Sie enthält Schwefel in der Seitenkette (Formel: –CH2–SH). Zwei Cystein-Bausteine können sich über eine Schwefelbrücke zu einem stabilen Doppelmolekül namens Cystin verbinden. In Haaren gibt es viele solcher Schwefelbrücken. Sie haben die Aufgabe, die Haarstruktur stabil zu machen. Durch das Öffnen dieser auch als Disulfidbrücken bezeichneten chemischen Bindungen wird die natürliche Proteinstruktur des Haares verändert und das Haar verformbar gemacht. Es nimmt die Form des Wicklers an.
Stand: 19.11.2010 |
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