Kosmetik-Verordnung

Verbraucherschutz: Risiken richtig verstehen

Die Verbraucher werden heutzutage durch die verschiedensten Quellen auf Risiken im täglichen Leben aufmerksam gemacht und dadurch zum großen Teil auch verunsichert. Deshalb besteht eine der größten Herausforderung für Regierungen, die Wissenschaft, die Wirtschaft sowie gesellschaftliche Interessengruppen darin, Risiken für Gesundheit und Wohlergehen des Menschen verstehbar zu machen. Auch die Kosmetikindustrie steht vor der Aufgabe, Risiken sachlich zu erklären und den Unterschied zwischen Risiko und Gefahr zu verdeutlichen. In vielen Diskussionen rund um alltägliche Risiken für die menschliche Gesundheit und das menschliche Wohlergehen werden die Begriffe Risiko und Gefahr häufig synonym verwendet. Doch es besteht ein entscheidender Unterschied zwischen einem Risiko und einer Gefahr, denn Risiko = Gefahr x Exposition. Risiko setzt das Vorhandensein einer Gefahr sowie die Exposition gegenüber dieser Gefahr voraus. Somit kennzeichnet ein Risiko die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schaden tatsächlich entsteht. Das Vertrauen der Verbraucher in etablierte Experten befindet sich derzeit in einer Krise. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Verbraucher instinktiv darauf vertrauten, dass Aussagen von Experten „wahr“ sind. Hinzu kommt, dass sich in einer immer enger vernetzten Gesellschaft Informationen über das Internet unkontrolliert ausbreiten können. Dadurch rücken die alltäglichen – vermeintlichen oder tatsächlichen – Risiken für Gesundheit und Wohlergehen immer stärker in das öffentliche Bewusstsein. Tatsächlich sind die Menschen heute aber nicht mehr Alltagsgefahren ausgesetzt als früher. Im Gegenteil: Sie leben sicherer und gesünder als je zuvor. Ein wesentlicher Punkt in der Auseinandersetzung mit Risiken ist deshalb die richtige und sachliche Kommunikation, die es der Öffentlichkeit ermöglicht, Risiken richtig zu verstehen und einzuschätzen. Die Beschäftigung mit dem Begriff „Risiko“ kann auch in der Kosmetikbranche leicht zum Verlust von Vertrauen in die Produkte oder deren Inhaltsstoffe führen. Daher müssen Wissenschaft, Industrie, Politik und Medien gemeinsam daran arbeiten, das Vertrauen der Verbraucher in die Sicherheit der Produkte zu verbessern. Die Verbraucher wollen den wissenschaftlichen Hintergrund der Produkte, die sie jeden Tag verwenden, gar nicht völlig verstehen. Sie möchten die Verantwortung an Marken, Hersteller und den Handel delegieren und deren Entscheidungen vertrauen können.

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