Allergien

Therapie des Kontaktekzems

Was hilft, wenn die Haut gereizt und entzündet ist?

Die wichtigste therapeutische Maßnahme gegen das Kontaktekzem ist die strikte Vermeidung der auslösenden Substanz bzw. des Allergens. Eine Hyposensibilisierung, wie sie bei Inhalationsallergien durchgeführt wird, ist für Kontaktallergien noch nicht etabliert. Es ist jedoch nicht immer möglich, die betreffende Substanz ganz aus dem persönlichen Umfeld des Erkrankten zu eliminieren oder den Kontakt mit einem Allergen gänzlich zu meiden. In diesen Fällen müssen geeignete Maßnahmen zum Schutz der Haut ergriffen werden. Das können im Fall des Handekzems beispielsweise Schutzhandschuhe sein. Unterstützt wird das Schutz- durch ein Pflegekonzept sowie im Beruf, falls machbar, durch individuell abgestimmte arbeitstechnische Vorkehrungen. Arbeitsgeber und Arbeitnehmer können/sollten gemeinsam prüfen, ob es möglich ist, Arbeitsabläufe zu verändern, Feuchtarbeit zu vermeiden oder beispielsweise Absaugvorrichtungen einzusetzen. Handschuhe sollten jeweils nicht länger getragen werden als erforderlich, damit die Haut immer wieder atmen und von eventuellem Schweiß abtrocknen kann. Nässende Stellen eines Ekzems werden mit feuchten Umschlägen und wasserhaltigen Salben, chronisch trockene Veränderungen mit fetthaltigen Cremes behandelt. Sollte es zu einer sehr schweren Kontaktallergie mit ausgeprägten Beschwerden gekommen sein, kann die vorübergehende Anwendung ärztlich verordneter Salben oder Cremes nötig werden. Kurzfristig können beispielsweise kortisonhaltige Präparate eingesetzt werden. In der Behandlung der Symptome eines Kontaktekzems kommen je nach Ekzemart verschiedene Wirkstoffsalben sowie weitere Therapiemöglichkeiten zum Einsatz. An erster Stelle stehen bei der akuten Form dieser entzündlichen Hauterkrankung sicher die Kortikosteroide. Den chronischen Ekzemen rücken Hautärzte unter Umständen auch mit UV-Strahlen (UVB und PUVA) zuleibe. Sind Keime im Spiel, werden ergänzend Antiseptika eingesetzt. Calcineurinantagonisten sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Therapie von Kontaktekzemen nicht zugelassen. Im Anschluss an die Akutbehandlung werden sie dennoch im Rahmen der ärztlichen Therapiefreiheit gelegentlich verwendet, teils wohl auch mit recht gutem Erfolg. Um die Regeneration zu beschleunigen und erneuten Ekzembildungen vorzubeugen, ist eine Begleit- oder Nachbehandlung mit feuchtigkeitspendenden Pflegecremes sinnvoll. Wichtig dabei ist es, die Pflegepräparate exakt auf die individuellen Bedürfnisse und den Hautzustand abzustimmen. Falsche Pflege kann unter Umständen mehr schaden als nützen. In sehr schweren, chronischen oder therapieresistenten Fällen bringt der behandelnde Arzt möglicherweise auch systemische Therapien, also Spritzen oder Kortison-Tabletten, zum Einsatz. Der Juckreiz wird zum Teil mit Antihistaminika gelindert. Aktuelle Forschungen richten sich auf Substanzen, die an unterschiedlichen Stellen in den allergischen Entzündungsprozess eingreifen sollen und gezielt in die Haut eingebracht werden können. Weitergehende Therapieversuche wie etwa eine so genannte T-Zell-Impfung oder die Desensibilisierung über die Einnahme von Tropfen oder Tabletten mit Allergenen sind bei der Kontaktallergie über das Experimentalstadium nicht hinausgelangt. Ein bislang rein theoretischer Ansatz ist die Behandlung der Dendritischen Zellen im Reagenzglas mit einem Immunfaktor IL-10 und eine nachfolgende Zurückführung in den Körper des Patienten.

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