Zahnersatz

Reinigung und Pflege der „Dritten Zähne“

Ohne regelmäßige Reinigung geht es auch beim Zahnersatz nicht! Ein künstlicher Zahn kann zwar nicht „erkranken“. Da er jedoch vom gleichen Milieu umgeben ist wie die natürlichen Zähne, ist auch für ihn der Zahnbelag ein großes Gefährdungspotenzial. Von einem bakteriell besiedelten Zahnersatz können zudem Reizungen der umgebenden Mundschleimhaut und Mundgeruch ausgehen. Besonders bei herausnehmbarem Zahnersatz sind harte Zahnbeläge problematisch. Zahnstein setzt sich überall fest, auch an den Verbindungselementen und Kontaktflächen, die für eine optimale Haftung der Prothese an den Träger- bzw. Pfeilerzähnen sorgen. Da auch im künstlichen Kauapparat alles millimetergenau aufeinander abgestimmt sein sollte, machen sich bereits geringste Ablagerungen von festem Zahnbelag schnell negativ bemerkbar. Ein großflächiger Befall kann die Zahnprothese sogar unbrauchbar machen. Lässt sich der Zahnersatz nicht mehr so leicht herausnehmen wie zum Start mit den „Dritten“, ist das ein erstes Alarmzeichen. Der Besuch des Zahnarztes ist dann unvermeidlich. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Beläge am Zahnersatz die Mundschleimhaut oder noch vorhandene eigene Zähne schädigen. Außerdem können sich bei ungenügender Reinigung die ursprünglich hellen Beläge durch farb- und gerbstoffhaltige Lebensmittel oder Tabakkonsum gelblich bis dunkelbraun verfärben. Aus diesem Grund sollte Zahnersatz zwei- bis dreimal täglich gründlich gereinigt werden. Die Reinigung von festsitzendem Zahnersatz ist unproblematisch. Künstliche Brücken oder Kronen werden genauso geputzt, wie die benachbarten eigenen Zähne. Ebenso finden Zahnseide und Interdentalbürste lohnenden Einsatz. Dabei sind die übergänge und Nischen zwischen den natürlichen und den künstlichen Zähnen besonders gründlich zu versorgen, denn hier finden Speisereste und Zahnbelag einen bevorzugten Rückzug. Besondere Aufmerksamkeit benötigt herausnehmbarer Zahnersatz. Beläge müssen nicht nur an der Außenseite entfernt werden, sondern auch auf den Innenflächen, die auf Zahn-fleischkamm und Gaumen aufliegen. Da bei Trägern von Vollprothesen die Schleimhaut von der Prothesenbasis bedeckt und gleichzeitig der selbstreinigende Speichelfluss behindert wird, herrschen dort günstige Bedingungen für anaerobe Bakterien und Pilze. Bei geschwächten Abwehrkräften oder Stoffwechselveränderungen kann sich die Zusammensetzung der Mundflora zugunsten krankheitserregender Keime verschieben. Davon sind ältere Menschen besonders betroffen. Werden Speisereste unter dem Kunststoff- bzw. Metallsattel von Prothesen nicht beseitigt, können Zersetzungsprozesse zu einer Entzündung der Schleimhaut führen, die sich bei Mitbeteiligung des Hefepilzes Candida albicans weiter verschlimmert. Darüber hinaus bewirken die „versteckten“ Essensreste in Kombination mit bestimmten Bakterien lästigen Mundgeruch. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, herausnehmbaren Zahnersatz möglichst nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser mit einer speziellen Prothesenbürste oder einer weichen Zahnbürste zu säubern. Aber bitte behutsam: Zu starkes Schrubben ist genauso schädlich wie zu wenig Reinigung. Auf die Verwendung von Zahnpasta zur Pflege von Gebissen sollte verzichtet werden. Eine Alternative besteht durch Reinigungsschaum ohne Abrasivstoffe, der die Oberfläche nicht zerkratzt, mit dem die tägliche Prothesenhygiene abgeschlossen wird.

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