Düfte und Parfüm

Weiblicher Sinn

Insbesondere junge Frauen reagieren sehr empfindlich auf negative Gerüche und neigen dazu, aktiv gegen sie vorzugehen. Sie können sich, neben der Beduftung von eigentlich „Stinkendem”, auch bisher nicht Riechendes als künstlich Duftendes vorstellen. ältere Frauen wollen lediglich die übelsten Geruchsbelästigungen qua Beduftung beseitigt sehen. Dagegen war es jungen Männern traditionell wichtig, den jeweiligen Eigengeruch oder die Geruchsneutralität zu bewahren.

Frauen nutzen Geruch gern für nonverbale Botschaften. Durch ihre Aktivitäten und Einstellungen setzten sie in den vergangenen Jahrzehnten in der Regel auch die Riech- und Duftstandards für Männer. Heute allerdings verlässt sich nur noch maximal die Hälfte der Männer in Sachen Körperpflege und Duft ganz oder teilweise auf die Partnerin. Für ein Drittel der Männer wählt oder kauft SIE die Produkte oder berät den Partner bei der Auswahl. Doch zwei von drei Männern sind heute in Sachen Duft weitestgehend emanzipiert. Mann kauft sich im 21. Jahrhundert den persönlichen Duft immer oder zumindest meistens selbst. Als Informationsquellen zu Düften spielen für Männer heutzutage neben der Partnerin auch Zeitschriften (Werbung, redaktionelle Artikel), das Fernsehen (Werbung, Infos), die Beratung im Geschäft und das Internet (Infoberichte, Werbung) eine wichtige Rolle. Im persönlichen Umfeld fungieren außerdem Freunde, Bekannte oder Kollegen als Rat- und Ideengeber. Die meisten Männer probieren darüber hinaus zumindest gelegentlich die kostenlosen Proben und Pröbchen aus Fachgeschäft, Drogerie oder Zeitschriften zu Hause aus.

Neben Duftvorlieben spielen für Männer auch praktische Erwägungen eine Rolle bei der Auswahl ihres Duftes. An erster Stelle steht dabei das Preis-Leistungsverhältnis und die Qualität, gefolgt von „viel Inhalt”, der lange hält, und gut sichtbarem Inhalt, um rechtzeitig nachkaufen zu können. Für jeden Zweiten spielt auch die Marke bei der Auswahl eine wichtige Rolle. Ebenfalls gönnt sich jeder zweite Mann manchmal bewusst etwas Luxus.

Die femininen und maskulinen Noten nähern sich heute einander immer mehr an. Es gibt eine Reihe von Herren-Noten, die auch gern von Frauen benutzt werden. Die Leder- und manche Fougère-Noten gehören allerdings weiterhin zur männlichen Domäne. Doch auch Männerduft muss heute nicht unbedingt betont schwer und „animalisch” daherkommen. Auch frische und leichte Düfte sind heute bei Männern angesagt. Minze und Citrusnoten etwa sind beliebt. Sie passen besonders gut zum Sommer. Ebenso sind blumige oder würzige Akzente angesagt wie etwa Rose, Rosmarin oder Lavendel sowie Ingwer. Und auch fruchtige Noten, wie eine Feigenbasis oder Mandarine kombiniert mit Zitrone in der Kopfnote, kommen heute bei Männern gut an. In der Basisnote und verstärkt auch im Winter stehen außerdem weiterhin die sinnlicheren Noten wie etwa holzige oder erdige Komponenten beispielsweise kombiniert mit Salbei und Muskat auf dem Programm. Auch die Noten von Tabak und Kaffee sind bei Männern nach wie vor beliebt.

Unterschiede gab und gibt es auch bei der Verwendung von Düften für die eigene Person. Die ältere Frauengruppe nannte Anfang der Neunziger als Einsatzzweck von Duftstoffen die emotionale und sinnliche Stimulation: um sich und andere in eine positive Gefühlslage zu versetzen und diese zu verstärken, sowie den Mann erotisch-persönlich zu binden. Dazu sind Duftstoffe ein geeignetes, weil dezentes Mittel, das möglicherweise missverständliche verbale äußerungen oder Gesten vermeidet. Jüngere Frauen dagegen, die auch vor zwanzig Jahren bereits unabhängiger waren und dies heute zunehmend sind, setzen ihren Geruchssinn wesentlich als Kontrollsinn ein. Ihnen dient Parfümierung zur Darstellung von sozialem Status bzw. des Anspruches darauf, und zwar sowohl sich selbst als auch anderen gegenüber. Dabei ist für die Vermittlung von Abstand und sozialer Aura die Verwendung eines bekannten Markenduftes wichtig.

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