Wissenswertes zu Körperpflege und Kosmetik

Allergien

Was macht das Kontaktallergen zum Allergen?

Bei fast allen Kontaktallergenen handelt es sich um kleine, fettliebende, chemisch reaktive Moleküle oder Ionen, die allein zu klein sind, um eine Sensibilisierung auszulösen. Um zum Allergen zu werden, benötigen sie ein Trägerprotein. Sie werden daher auch als „inkomplette Antigene“ oder Haptene bezeichnet. Weil sie klein und fettlöslich sind, sind Haptene in der Lage, in die oberste Hautschicht, die Epidermis, einzudringen. Dort binden sie sich an körpereigene Peptide (kleine Eiweißmoleküle). Durch das Anlagern der Haptene an Aminosäuren oder Eiweißstrukturen (Peptide, Proteine) werden sie modifiziert und zum Vollantigen. Die Abwehrzellen des Immunsystems erkennen sie nun als „fremd“. Metallionen wie Nickel reagieren direkt mit Proteinen des MHC-Klasse-II-Komplexes und binden damit an Moleküle, die mit der Zellmembran in Verbindung stehen. Im Gegensatz zur Kontaktallergie wird die allergische Entzündung bei anderen allergischen Erkrankungen wie dem Heuschnupfen oder der atopischen Dermatitis durch Protein-Antigene ausgelöst. Für eine Sensibilisierung spielen Faktoren wie die Konzentration eines Allergens eine Rolle. Das Kontaktallergen muss auf der Haut in einer bestimmten Mindestkonzentration vorhanden sein, um eine Sensibilisierung auszulösen. Ab einer bestimmten (hohen) Konzentration des Allergens kann die Fähigkeit zur Sensibilisierung nicht mehr gesteigert werden. In Versuchen mit der Substanz Dinitrochlorbenzol (DNCB) zeigte sich, dass die Häufigkeit der Sensibilisierung um so niedriger war, je größer das Hautareal war, auf das DNCB aufgetragen wurde. DNCB gehört chemisch gesehen zu den aromatischen Kohlenwasserstoffen.

Folgen der Kontaktallergie

Die Folgen der Kontaktallergie sind oftmals keine Bagatelle. Besonders im beruflichen Bereich sind die Auswirkungen zuweilen sehr weitreichend. Schon leichtere, lokal begrenzte Symptome sind für die Betroffenen sehr unangenehm und beeinträchtigend. Ekzeme an Händen oder Füßen können gar dazu führen, dass Patienten zeitweilig ihre Arbeit nicht verrichten können. Im schlimmsten Fall kann das sogar einen Berufswechsel notwendig machen, denn die einzig zur langfristigen Abheilung führende Therapie ist die Allergenvermeidung. Zur Linderung der Symptome kommen kurzzeitig auch Kortikosteroide zum Einsatz.

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