Zur Historie
Kampf dem Körpergeruch: Eine Geschichte in mehreren Etappen
Das allgemeine Hygieneverhalten unterlag im Lauf der Zeit ständig wechselnden Trends und Moden. In der Antike z. B. war das Reinlichkeitsempfinden sehr ausgeprägt; Thermen und Badehäuser fanden regen Zulauf. Die Körperpflege blieb allerdings den oberen Klassen vorbehalten. Das änderte sich im Mittelalter, als sich Menschen aller Schichten in öffentlichen Badestuben von Bader und Bademagd abschrubben ließen.
Damit war es in der Renaissance wieder vorbei: Man wusch sich weniger, tat aber alles, um den schlechten Geruch mit Veilchenwasser und Parfum zu überdecken. Die Kunst der feinen Düfte erreichte im 18. Jahrhundert einen Höhepunkt. Parfumeure schufen die raffiniertesten Duftkompositionen. Gleichzeitig entdeckten Forscher eine der Hauptursachen für Körpergeruch: die Schweiß produzierenden Drüsen.
Doch noch bis weit in das 19. Jahrhundert kaschierte man lästigen Körpergeruch mit teuren Parfums bzw. Parfumölen. Da diese Möglichkeit aber nur den wohlhabenden Gesellschaftsschichten offen stand, ließ sich der körperlich arbeitende Teil der Bevölkerung leicht über den Körpergeruch identifizieren. Im gleichen Jahrhundert begann man damit, sich die Achselhöhlen mit einer Lösung aus Ammoniak und Wasser einzureiben. Eine Quälerei, denn diese Mixtur brannte auf der Haut wie Feuer.
Das erste Marken-Deo wurde 1888 in den USA entwickelt. Es handelte sich um eine wachsartige Creme auf Basis von Zinkoxid. 15 Jahre später kam das erste Antitranspirant auf den Markt. Es trocknete nur sehr langsam und reizte die Haut. Erst Anfang 1930 gelang es, ein Antitranspirant aus Aluminiumsulfat herzustellen, das sich leichter auftragen ließ und schneller trocknete.
Auch die Geburtsstunde der ersten flüssigen Deodorants liegt in den dreißiger Jahren. Allerdings betrug die Einwirkzeit der Produkte etwa 15 Minuten und sie reizten zudem noch immer die Haut. In den vierziger und fünfziger Jahren wurden die ersten Deodorants in Sprayform und als Roll-on auch in Deutschland einem breiten Publikum zugänglich. Bereits zu dieser Zeit kam mit dem Metallsalz Aluminiumchlorohydrat (ACH) ein heute noch aktueller Wirkstoff auf den Markt.
Nach dem zweiten Weltkrieg hielten Kunststoffverpackungen auch in der Körperpflege Einzug. Eines der ersten in Kunststoff verpackten Produkte war ein Deodorant in einer Zerstäuberflasche. In den fünfziger Jahren setzten sich auch Aerosole bei den Deodorants durch; sie hatten in den sechziger Jahren fast die Hälfte des Marktes erobert. In den folgenden beiden Dekaden konnten Deostifte, Roll-ons und Zerstäuber jedoch wieder stärker an Bedeutung gewinnen. Grund dafür war, dass sich Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die in den Sprays als Treibmittel verwendet wurden, schädlich auf die Ozonschicht auswirkten. Nachdem dieses Problem durch die Entwicklung umweltfreundlicher Ersatztreibmittel wesentlich entschärft wurde, richten die Verbraucher die Wahl ihres Deodorants wieder vorrangig nach ihren individuellen Vorlieben aus.
| Stand: 12.06.2007 |





